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Göttingen Probesitzen: Neue Bänke für die Weender Straße
Die Region Göttingen Probesitzen: Neue Bänke für die Weender Straße
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00:19 16.06.2013
Von Michael Brakemeier
„Sieht besser aus als gedacht“: Annette Ramaswamy findet die Bank gut, sorgt sich aber um deren Sauberkeit.
„Sieht besser aus als gedacht“: Annette Ramaswamy findet die Bank gut, sorgt sich aber um deren Sauberkeit. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

"Die Bank passt gut in die Fußgängerzone“, meint die 80-jährige Einbeckerin. Als sie den Stückpreis von 6500 Euro für eine Bank erfährt, schüttelt sie ungläubig mit dem Kopf. „Ach du lieber Himmel.“Auch Gisela Kürzinger aus Grone findet, dass das „sehr viel Geld“ sei für eine Bank. Die 72-Jährige sitzt aber „gut“ auf der Bank, auch wenn ihre Füße nicht ganz bis auf den Boden reichen.

"Was richtig Gutes darf auch kosten"

„Was ist heute schon billig?“, fragt Ernst Reiß (80) aus Uder. Er findet den Preis für die Bank aus massivem Holz und Naturstein absolut angemessen. Eine Bank in dieser Ausführung kostet eben so viel. Im übrigen passe sie „optisch“ gut in die neu gestaltete Fußgängerzone.

Auch Annette Ramaswamy hält die 6500 Euro für eine Bank nicht für zu hoch. „Was richtig Gutes darf auch kosten“, sagt die Göttingerin. „Man sitzt sehr schön darauf“, sagt sie. Die Bank sei mit ihren drei Metern „schön breit“, so dass man nicht zu dicht an seinem Banknachbarn sitze. Das Design sei „bodenständig“, der Naturstein verschmelze optisch mit dem neuen Pflaster.

„Sie ist besser als ich gedacht habe“, sagt Ramaswamy. Die Fotos, die sie vorab gesehen hat, hätten Schlimmeres befürchten lassen. Sie befürchtet, dass das jetzt noch „appetitlich“ aussehende helle Holz später „gruselig dunkel“ aussehen wird.

"Sieht edel aus"

„Sieht edel aus“, sagt Alina Disep (14). Gemeinsam mit Jan-Soeren Zinke (15) hat sie es sich auf der Bank bequem gemacht. „Sehr schön“, meint auch Zinke. „Bodenständiger Schick für die Fußgängerzone.“ Die Bank sehe viel besser aus als alle anderen Bänke in der Stadt.

Immerhin 15 dieser Bänke will die Stadt zwischen Kornmarkt und Nabel aufgestellen. Gesamtkosten: 97 500 Euro.

Preis für Bänke ist in den Umbaukosten enthalten

Im Vergleich dazu schlagen drei zusätzliche Spielgeräte für Kinder mit insgesamt 8600 Euro zu Buche. Die Verwaltung argumentiert angesichts des Bankpreises, dass die Kosten der kompletten Möblierung – neben Bänken auch Mülleimer und Spielgeräte – in den Kosten des Ausbaus der Weender Straße in Höhe von mehr als 3 450 000 Euro ohnehin schon enthalten seien.

Knapp zwei Millionen Euro davon tragen die Anlieger, rund 850 000 Euro die Stadt, 560 000 Euro fließen an öffentlichen Fördermitteln der EU. In der vergangenen Woche war der Bauausschuss einem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hatte sich einstimmig für deren Auswahl der Möblierung ausgesprochen.

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