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Göttingen Weiter Probleme mit Streunerkatzen
Die Region Göttingen Weiter Probleme mit Streunerkatzen
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16:32 04.10.2018
Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich für eine flächendeckende Registrierungspflicht von Katzen ein – auch im Landkreis Göttingen wird dieser Vorschlag jetzt wieder diskutiert. Quelle: r / Pixabay
Göttingen / Landkreis

Der Umgang mit Streunerkatzen im Landkreis Göttingen wird derzeit wieder verstärkt diskutiert. Während in der Stadt Göttingen im Frühjahr eine Verordnung zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in Kraft getreten ist, gibt es eine solche Regelung seitens des Landkreises und auch in den anderen Kommunen der Region bislang nicht.

Nach Angaben des deutschen Tierschutzbundes, der sich für eine flächendeckende Regelung einsetzt, gab es im August 2018 „mindestens 671 Städte und Gemeinden mit sogenannten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen für Katzen“. Auf der Internetseite des Vereins lassen sich nach Bundesländern sortierte Listen aufrufen; für Niedersachsen werden hier neben Göttingen unter anderem Hildesheim, Goslar und Bad Harzburg genannt, dazu auch Kommunen aus dem Landkreis Holzminden. Aus dem Landkreis Göttingen ist keine weitere Stadt oder Gemeinde in der Auflistung vertreten. Dabei scheint es nach wie vor Handlungsbedarf zu geben. „Wir haben das Problem zum Beispiel im Stadtpark, wo die Menschen streunende Katzen auch füttern“, sagt etwa Sabine Holste-Hoffmann von der Stadt Duderstadt.

Streunerkatzen sind im Landkreis unverändert ein Problem“, bestätigt auch Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. In seiner Sitzung am 30. August habe sich der Umweltausschuss des Kreisrates zuletzt damit beschäftigt. Dort hatte der Verein Göttinger Katzenschutz, der auf seiner Facebook-Seite die Online-Kampagne registrier-dein-tier.de unterstützt, einen Flyer zum Thema verteilt. In einer der kommenden Ausschusssitzungen, so Lottmann, werde der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz hierzu informieren. In der Vergangenheit habe beispielsweise das Katzenhaus Luttertal an Brennpunkten Katzen eingefangen, kastrieren lassen und die Tiere an Ort und Stelle wieder ausgesetzt.

Vorbild aus dem Landkreis Diepholz?

Im Moment scheinen Tierschutzvereine auf eher zufällige Unterstützung angewiesen zu sein, wie es sie beispielsweise gerade in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz gibt. Dort wurden in den vergangenen fünf Jahren mit Hilfe der Stiftung „Vier Pfoten“ Hunderte Streunerkatzen eingefangen, kastriert, registriert und medizinisch versorgt. Darüber hinaus unterstützt die Samtgemeinde Privathalter, die ihre Katzen zwischen Oktober und Dezember dieses Jahres kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, mit einem Zuschuss von bis zu 20 Euro.

Solche Anreize gibt es in Südniedersachsen derzeit nicht. Immerhin: „Vom 15. Januar bis 15. März 2018 konnten sich Tierschutzvereine, Tierheime und Betreuer von kontrollierten Katzenfutterstellen die Kosten für die Kastration und Kennzeichnung von wildlebenden Katzen erstatten lassen“, erklärt Nina Winter, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Göttingen. Hierfür habe das Land Niedersachsen 200 000 Euro zur Verfügung gestellt. 

Nachhaltiger Effekt in Hann. Münden

Doch solche Aktionen gibt es bislang eher punktuell. Dennoch können auch diese einen nachhaltigen Effekt haben, wie Jörg Golde von der Stadt Hann. Münden erklärt: „Im Jahr 2015 hat der Tierschutzverein Hann. Münden mit engagierten Mitgliedern eine erfolgreiche Aktion zum Einfangen und zur Kastration von Streunerkatzen durchgeführt. Über 100 Katzen sind seinerzeit intensiv behandelt und liebevoll gepflegt worden. Diese Aktion hat spürbare positive Spuren hinterlassen. In den Folgejahren mussten jährlich nur noch 20 bis 30 Streunerkatzen eingefangen werden“, so der stellvertretende Bereichsleiter für den Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Hann. Münden.

„Im Bereich der Gemeinde Rosdorf stellt sich das Problem streunender Katzen nicht so massiv dar wie aus anderen Kommunen berichtet“, sagt Alexandra Wiese vom dortigen Bereich Öffentliche Ordnung und Gefahrenabwehr. Sie bezweifelt, dass eine mögliche Katzenschutzverordnung tatsächlich zu einer Verbesserung bestehender Probleme führen würde, „da die Einhaltung der sich daraus ergebenden Verpflichtungen der Katzenhalter durch die Kommunen nur schwer zu überwachen ist.“ Die Unterbringung von Fundkatzen sei vertraglich mit einer Tierpension geregelt.

Für Bettina Bruder vom Tierschutzverein Friedland ist das allerdings nur Theorie: „In der Praxis ist allein schon die Definition, was eine Fundkatze ist und was nicht, schon äußerst problematisch“, sagt sie. Auch Zuständigkeiten seien oft kaum nachvollziehbar und der Bürger wisse häufig nicht, an wen er sich wenden kann, wenn er ein Tier findet. Bruder regt deshalb einen zentralen Tierschutzbeauftragten für den Landkreis an.

Von Markus Riese

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