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00:26 26.03.2018
Soll bunt und grün werden: Die Hauswand des Gebäudes, in dem der Mittagstisch St. Michael seinen Sitz hat. Hier: Pater Ludger Joos SJ und Anna Werner-Parker, Leiterin des Mittagstisches.
Soll bunt und grün werden: Die Hauswand des Gebäudes, in dem der Mittagstisch St. Michael seinen Sitz hat. Hier: Pater Ludger Joos SJ und Anna Werner-Parker, Leiterin des Mittagstisches. Quelle: Scheiwe
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Göttingen

Ziemlich trist sieht es gerade noch hinter dem Zaun an der Ecke Turmstraße 1 / Düstere Straße aus – ein bisschen vertrocknetes Gras, ein paar Stängel, mehr nicht. Im vergangenen Sommer sah das anders aus: Ein kleiner Urwald aus großen Sonnenblumen stand an dieser Stelle und erfreute die Fußgänger. Auch in diesem Frühjahr möchte es Nina Holland dort wieder grün haben.

So sah es im vergangenen Sommer an der Ecke Turmstraße 1 / Düstere Straße aus. Auch in diesem Frühjahr soll das Stück wieder bepflanzt werden. Quelle: r

Holland ist nicht nur die Eigentümerin des Grundstücks, auf dem sie in drei oder vier Jahren ein Haus bauen möchte, sondern auch Teilnehmerin des Projekts „Klimaschutz im Zentrum“, das vom Klimaschutzmanagement der Stadt Göttingen organisiert wird. Dass es zurzeit fast nirgends wirklich grün ist – der Frühling lässt auf sich warten –, stört die Mitarbeiter des Klimaschutzmanagements und die Projektteilnehmer nicht: Sie nutzen die Zeit, um ihre Grünflächen in der Innenstadt zu planen.

Dazu sehen sie sich nicht nur die Flächen – teilweise schon begrünt, teilweise noch in Planung – der bisher vier Projektteilnehmer an, sondern haben sich auch Unterstützung durch die Landschaftsarchitektin Friederike Freitag geholt. „Die Luftfeuchtigkeit wird durch Pflanzen erhöht und das Stadtklima verbessert“, nennt die einen Vorteil der Begrünung in Innenstädten. Außerdem werde der Stress durch viel Verkehr, Lärm und Co. durch grüne Oasen verringert. Freitag gibt den Projektteilnehmern außerdem Tipps, wie sie die „Wohlfühlorte direkt vor der Haustür“ am besten gestalten – welche Pflanze sich beispielsweise für die jeweilige Lage eignet, ob es nun um einen Nutzgarten, Dach- oder Fassadenbegrünung geht.

Letztere ist ein Thema, das die Initiatoren und Hobbygärtner des Albanigärtchens vor dem EAM-Gebäude in der Wendenstraße 5a beschäftigt. „Der Albanigarten läuft jetzt das dritte Jahr“, sagt Uwe Koch von der EAM, mit dem die Initiatoren des Nutzgartens mitten in der Stadt kooperieren. Von verschiedenen engagierten Hobbygärtnern werden Pflanzen, Beete und Co. gepflegt.

Landschaftsarchitektin Friederike Freitag (1.v.l.) gibt Mitinitiatorin Heike Fischer, Uwe Koch von der EAM, Katja Nüchter und Sinja Zieger (v.l.) Tipps für Begrünung des Albanigartens. Quelle: Scheiwe

„Jetzt wollen wir auch das Gebäude zur Fassadenbegrünung freigeben“, sagt Koch – und dafür brauchen sie noch Ideen. Sinja Zieger aus der Albanigarten-Gruppe wünscht sich etwas Essbares an der Fassade an der Südseite des Hauses. Wein oder Kiwi wären Möglichkeiten, schlägt Landschaftarchitektin Freitag vor. „Aber Kiwis muss man viel gießen“, sagt sie. Eher ein Ausschlusskriterium für die Gruppe mit wechselnder Besetzung.

„Ich könnte mir eine Rose an der Wand gut vorstellen“, sagt Heike Fischer, Initiatorin des Gärtchens im Albani-Viertel. Auch das ginge in dieser Lage gut, so Freitag. Was es am Ende wird, müssen sie noch gemeinsam entscheiden. Auch steht ihnen noch eine tiefergehende Beratung mit Freitag zu, wie Susanne Geßner, Klimaschutzmanagerin der Stadt Göttingen, erzählt. Sie sagt außerdem: „Wir haben bisher vier Begrünungsprojekte und haben noch Platz für mehr.“ Wer also eine Begrünungsidee für die Göttinger Innenstadt habe, könne sich bei ihr melden. Zu dem Projekt gehöre unter anderem, dass sie die benötigten Pflanzen spendierten.

Im Gegensatz zum Albanigärtchen ist das Haus in der Turmstraße, in dem der Mittagstisch St. Michael angesiedelt ist, noch nicht begrünt. Zahlreiche Schmierereien wurden an die Hauswand gesprüht. „Der Fassadenkünstler Friedel Geventer wird die Fassade künstlerisch neu gestalten“, erzählt Anna Werner-Parker, Leiterin des Mittagstisches. „Die Pfosten in der Mitte sollen begrünt werden“, erklärt sie weiter. „Keine Selbstklimmer“, ist Freitags Tipp dazu. Denn selbstklimmende Pflanzen brauchen keine Rankhilfe, sondern wachsen am Mauerwerk – und würden so auch in das Fassadengemälde hineinwachsen, erklärt die Landschaftsarchitektin. Daher empfiehlt sie eine Pflanze, die am Rankgerüst wächst und damit nur an den gewollten Pfosten.

Zurzeit total beschmiert: Das Gebäude des Mittagstisches St. Michael in der Turmstraße soll bemalt und gegrünt werden. Quelle: scheiwe

Ob nun essbare Pflanzen, Rosenranken oder wildwachsende Sonnenblumen – eins haben die Projektteilnehmer gemeinsam: Sie engagieren sich alle für ein grünes Göttingen. Und das mit viel Engagement: „Ich würde die ganze Straße begrünen, wenn ich dürfte“, sagt Holland. An Ideen fehlt es nicht.

Von Hannah Scheiwe

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