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Göttingen Techniker Krankenkasse fördert Projekt mit 600 000 Euro
Die Region Göttingen Techniker Krankenkasse fördert Projekt mit 600 000 Euro
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16:00 24.07.2019
Unterstützen das Projekt „Fit fürs Leben“: Petra Broistedt, Marcel Riethig, Inken Holldorf, Corinna Morys-Wortmann, Frauke Demming, Maria Niehus und Bärbel Wille. Quelle: vw
Göttingen

 Allen Kindern soll durch eine frühe Prävention die Chance zu einem guten Schulstart gegeben werden. Dafür setzen sich Stadt und Landkreis Göttingen, die Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen und die Techniker Krankenkasse in einem gemeinsamen Projekt unter dem Motto „Fit fürs Leben“ ein. Dabei handelt es sich um ein kostenloses Unterstützungsangebot für Kinder, Eltern und Mitarbeiter der Kindertagesstätten. Dies wird mit 600 000 Euro, angelegt auf fünf Jahre, von der TK unterstützt, wie Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen in Hannover während eines Pressetermins verkündete.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt dieses Thema die Verantwortlichen in Stadt und Landkreis Göttingen. Die schlechten Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen waren Anlass, sich der Thematik intensiver zu widmen. In den vergangenen Jahren wurde ein zunehmender Förderbedarf bei Kindern aus bildungsfernem Umfeld festgestellt. Lediglich 21 Prozent der Kinder aus diesen Lebensbereichen erhielten dabei eine uneingeschränkte Einschulungsempfehlung. Nahezu 60 Prozent waren es hingegen bei Kindern aus einem bildungsnahen Umfeld. Dies ist besonders im Westen Göttingens der Fall. Um dieses Ungleichgewicht wird sich nun das neu ins Leben gerufene Projekt kümmern.

Standardisiertes Verfahren

Bei den Einschulungsuntersuchungen handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren mit dem Namen SOPHIA (Sozialpädiatrischen Programm Hannover Jugendärztliche Aufgaben). „Dieses Programm haben wir mitentwickelt, Göttingen ist da bundesweit führend“, berichtet Göttingens Kultur- und Sozialdezernentin Petra Broistedt. Sechs Kriterien werden dabei im fünften Lebensjahr überprüft und getestet. Als Erstes die Teilnahme an den Kindervorsorgeuntersuchungen U 8 und 9, der Impfstatus, Gewicht, Sprachentwicklung, zentrale Wahrnehmung und Verarbeitung (sehen, hören, Auge-Hand-Koordination, altersgerechtes kognitives Verständnis für Farben, Formen, Zählen, Mengenerfassung, Menschzeichnung, Benennen von Gegensätzen) sowie Psyche und Verhalten.

Eindeutiger Zusammenhang

Darüber hinaus werden Sozialindikatoren wie der Bildungsgrad der Eltern, das Herkunftsland der Familie und der Familienstatus (dabei handelt es sich um eine freiwillige Angabe) erhoben. Die Untersuchungen ergaben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Indikatoren und der Schulfähigkeit der Kinder. „Das ist nicht hinnehmbar, und deswegen haben wir uns gefragt, was wir dagegen tun können. Keiner darf verloren gehen, das ist unser Ziel. Alle Kinder sollen gute, am besten gleiche Chancen auf eine gesunde Entwicklung und eine erfolgreiche Bildungsbiografie haben“, sagte Broistedt bekräftigend.

Kreisrat Marcel Riethig fügte hinzu: „Wir wollen Kindern und ihren Eltern die Tür öffnen. Mit diesem Projekt erreichen wir jetzt auch Eltern, die wir bislang nicht erreicht haben“, meinte Riethig, der von dem Projekt überzeugt ist.

Eltern sind Vorbilder

Dies hat er mit Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen in Hannover gemein, die sich intensiv mit den Inhalten auseinandersetzte. „Es kann uns als Gesellschaft doch nicht egal sei, was mit unseren Kindern passiert“, sagte sie bei der Vorstellung des Projektes. Ihr hat besonders die Herangehensweise an das Thema sehr gefallen. „Ich finde es sehr gut, die Eltern mit einzubeziehen, denn sie sind Vorbilder und von daher ist es auch sehr wichtig, sie mit Gesundheitsthemen zu konfrontieren“, erläuterte Holldorf.

Schon sehr gespannt auf die zukünftige Zusammenarbeit ist Bärbel Wille, die Leiterin des Göttinger Caritas-Zentrum St. Godehard und des dortigen Sprachheilkindergartens St. Hildegard. „Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und erhoffen uns neue Impulse auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den anderen Institutionen“, sagte Wille.

Neue Aufgabe reizt Demming und Niehus

Frauke Demming und Maria Niehus sind fester Bestandteil des Projekts „Fit fürs Leben“. Demming, die ihren Bachelor in Gesundheits- und Sozialmanagement abgelegt hat, wird in Göttingen ihr Aufgabengebiet haben. „Ich werde sicherlich erst einmal viel in Kitas unterwegs sein, um Daten erheben zu können“, erklärt die dreifache Mutter. Die gebürtige Frankfurterin hat bereits als sozialmedizinische Assistentin gearbeitet, fühlte sich von der Stellenbeschreibung sehr angesprochen. So ging es auch Maria Niehus, die in Magdeburg gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung studiert hat. Sie hat bereits mehrere Projekte begleitet, wird in Osterode ihr Büro haben und dort sieben Kitas unter ihrer Obhut haben, ihre Kollegin mit dem Elisabeth-Heimpel-Haus, dem Petri Haus in Grone und dem St. Hildegard Kindergarten drei.

Von Vicki Schwarze

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