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Göttingen Proteste in Goslar gegen Neonazi-Aufmarsch im Live-Ticker
Die Region Göttingen Proteste in Goslar gegen Neonazi-Aufmarsch im Live-Ticker
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15:36 02.06.2018
Das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus hat unter dem Motto "Goslars Zukunft bleibt bunt - Kein Platz für Rassismus!" zu einer Gegendemonstration zum sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" aufgerufen.
Das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus hat unter dem Motto "Goslars Zukunft bleibt bunt - Kein Platz für Rassismus!" zu einer Gegendemonstration zum sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" aufgerufen. Quelle: dpa
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Goslar

Rund 170 Neonazis hätten sich versammelt, sagte ein Sprecher der Polizei Goslar am Samstag. Gleichzeitig verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Goslar. Die Bundespolizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit den Demonstrationen in Goslar gibt.

Anschlag auf Bahngleise

Bei Ilsenburg in Sachsen-Anhalt hätten die Unbekannten brennende Reifen ins Gleis gelegt, Kabelschächte beschädigt und Flüssigbeton ausgekippt, wie eine Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg sagte. Ein Fahrdienstleiter habe dank Notfallanzeigen bemerkt, dass an der Strecke etwas nicht stimmte. Diese wurde sofort gesperrt, so dass kein Zug in Gefahr geriet.

Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern

Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Goslar wollten bis zu 300 Neonazis aus allen Teilen Deutschlands anreisen. Die Polizei hatte sich darauf vorbereitet, Konfrontationen und Ausschreitungen zu verhindern. Dazu wurden Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern zusammengezogen. Die Rechten hatten monatelang für die Teilnahme an der Veranstaltung geworben. Die Stadt hatte keine rechtliche Möglichkeit gesehen, den Aufmarsch zu verbieten.

Das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus hat unter dem Motto „Goslars Zukunft bleibt bunt - Kein Platz für Rassismus!“ zu einer Gegendemonstration zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ aufgerufen.

Neonazis hatten bereits in den vergangenen Jahren zu „Tagen der deutschen Zukunft“ aufgerufen. Daran hatten in verschiedenen Städten jeweils mehrere Hundert Menschen teilgenommen. Auch für den Bahnhofsvorplatz in Hildesheim sei eine Rechten-Kundgebung angekündigt worden, sagte ein Polizeisprecher. Erwartet würden rund 200 Demonstranten.

Ex-Außenminister Gabriel unter den Gegendemonstranten

An der Goslarer Gegendemo eines Bündnisses aus Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Vereinen und Initiativen nahmen auch Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) und der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) teil. Nach Angaben des Polizeisprechers versuchten einige Demonstranten, zu den Rechten vorzudringen. Dies sei aber nicht gelungen. In zwei Fällen habe es vorübergehende Ingewahrsamnahmen gegeben, als Gegendemonstranten versuchten, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen.

Fahrgäste auf der vom Harz-Elbe-Express (HEX) bedienten Strecke von Halberstadt nach Goslar kamen einem Sprecher zufolge trotz des Anschlags ans Ziel. Es sei ein Schienenersatzverkehr für den gesperrten Teilabschnitt eingerichtet worden. Wie lange die Sperrung dauern werde, sei nicht abzusehen, sagte der Sprecher.

Live-Ticker

Von dpa / epd