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Göttingen Prozess gegen Insassen des LKH Moringen
Die Region Göttingen Prozess gegen Insassen des LKH Moringen
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19:28 06.08.2013
Von Matthias Heinzel
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen/Moringen

In der Verhandlung am Montag kamen bei der Vernehmung einer LKH-Therapeutin daran erhebliche Zweifel auf.

Zu Beginn der Verhandlung  schien das Verfahren gegen den heute 50-jährigen Mann dem Ende zuzugehen: Dem Gericht lag ein Schreiben vor, demzufolge das LKH die Freundin damals über den Grund des Aufenthalts des Mannes im Maßregelvollzug informiert habe.

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Weil das Vergewaltigungsopfer erklärt hatte, dies nicht gewusst zu haben, stand die Frau als einzige Belastungszeugin plötzlich als unglaubwürdig da.

Aber nicht für lange. Die am Montag als Zeugin gehörte Psychologin, die den Angeklagten in Moringen über mehr als ein Jahrzehnt betreut hatte, konnte sich plötzlich gar nicht so richtig daran erinnern, wie das Schreiben zustande gekommen sei und von wem die Information über die Benachrichtigung der Freundin ursprünglich stamme.

Anwältin des Opfers empört

Auf die Frage, ob es formal sichergestellt sei, dass eine neue Partnerin eines Sexualstraftäters über das Vorleben ihres Partners informiert werde, gab es keine klare Auskunft.

Unter dem Eindruck dieser Zwischenergebnisse des Prozesses zeigte sich die Anwältin des Opfers empört: Dass im Rahmen der Unterbringung in Moringen offenbar nicht sichergestellt sei, dass eine neue Partnerin eines Sexualstraftäters über dessen vorherige einschlägige Taten informiert werde, sei ein Skandal.

Und dass dennoch in einer solchen Konstellation Vollzugslockerungen gewährt würden, die den Kontakt zu einer Frau einschlössen, auch.

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