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Göttingen Prozess gegen Neonazis wegen Angriffs auf Reporter in Fretterode erneut verschoben
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Prozess gegen Neonazis wegen Angriffs auf Reporter in Fretterode erneut verschoben

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21:00 16.02.2021
Die 88 ist auf dem Nummernschild eines Autos zu sehen, das zum Nazi-Treffen 2018 in Fretterode unterwegs war.
Die 88 ist auf dem Nummernschild eines Autos zu sehen, das zum Nazi-Treffen 2018 in Fretterode unterwegs war. Quelle: MMR
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Göttingen/Mühlhausen

Der Strafprozess gegen zwei Neonazis wegen eines schweren Angriffs auf Göttinger Journalisten ist erneut verschoben worden. Das Verfahren soll nunmehr am 7. September beginnen, teilte das Landgericht Mühlhausen mit. Vorerst sind zwölf Verhandlungstage anberaumt.

Lesen Sie auch: Angriff auf Journalisten: Neonazis aus Heise-Umfeld vor Gericht

Als Grund für die neuerliche Verschiebung nannte eine Justizsprecherin die andauernde Pandemielage. Zwar sei die Sieben-Tage-Inzidenz rückläufig. Der Gesundheitsschutz für Prozessbeteiligte und Zuschauer könne aber nicht gewährleistet werden. Zunächst sollte das Verfahren im Januar beginnen, der daraufhin angesetzte Termin im März konnte ebenfalls nicht gehalten werden.

Fotograf und Begleiter in Fretterode schwer verletzt

Der Fotograf und sein Begleiter aus Göttingen waren im April 2017 nach einer Recherche am Anwesen des Neonazis und NPD-Funktionärs Thorsten Heise in der thüringischen Gemeinde Fretterode von Rechtsextremisten verfolgt, angegriffen und schwer verletzt worden. Der Fotograf erlitt unter anderem eine Stichverletzung mit einem Messer im Oberschenkel.

Sein Begleiter erhielt einen Schlag mit einem schweren Schraubenschlüssel auf den Kopf, er erlitt eine Fraktur des frontalen Schädelknochens und eine Kopfplatzwunde. Die Scheiben des Fahrzeugs der Journalisten wurden zerstört, die Reifen zerstochen, dem Fotografen seine Kamera sowie die Kameratasche geraubt.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten unter anderem schweren Raub vor. Die Anwälte der Journalisten wollen in dem Verfahren aber auch darauf drängen, "einen versuchten Totschlag strafrechtlich mit in den Blick zu nehmen".

Von epd