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Göttingen Ermittler werten Sprachnachrichten zum Drogenversand aus
Die Region Göttingen Ermittler werten Sprachnachrichten zum Drogenversand aus
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17:00 30.08.2019
55 Kilo Marihuana hat die Polizei abgefangen und durch Streusalz ersetzt. Quelle: r
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Göttingen/Osterode

Im Prozess um zwei abgefangene Pakete mit 55 Kilo Marihuana hat das Landgericht Göttingen am Freitag eine Ermittlerin der Polizei Bad Lauterberg als Zeugin vernommen. Die Polizistin hatte Anfang März einen der beiden Angeklagten nach seiner Festnahme zur Dienststelle transportiert und später die sichergestellten Handys ausgewertet. Die beiden Angeklagten - ein 38-jähriger Italiener und ein 31-jähriger Albaner – waren Anfang März von einem Mobilen Einsatzkommando in einem Gebäude im Ortsteil Barbis festgenommen worden, nachdem sie eine vermeintliche Drogenlieferung in Empfang genommen hatten. In dem Prozess müssen sie sich wegen unerlaubter Einfuhr sowie Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Nicht die erste Durchsuchung

Die Polizistin war bei dem Zugriff selbst nicht dabei gewesen, sondern später zur Unterstützung der Einsatzkräfte dazugekommen. Das Gebäude kannte sie bereits: Vor einem Jahr habe es dort schon einmal eine Durchsuchung gegeben, berichtete sie. Als sie dort eintraf, hätten die beiden Festgenommenen mit verbundenen Augen auf dem Fußboden gesessen. Ansonsten habe es im Inneren des Gebäudes so ausgesehen, wie sie es von der vorherigen Durchsuchung in Erinnerung hatte: Mitten im Raum eine Verkaufstheke, im hinteren Bereich ein Sofa und ein Tisch, außerdem eine „sehr primitive“ Küche. Die Räumlichkeiten seien nicht zum Wohnen geeignet gewesen, sagte die Polizistin.

Bei der Durchsuchung hatten die Ermittler auch einen Mietvertrag gefunden. Eine Anfrage beim Einwohnermeldeamt habe ergeben, dass unter der Barbiser Adresse mehrere Personen gemeldet waren, berichtete die Zeugin. Der Name, der auf dem Briefkasten stand, sei allerdings nicht darunter gewesen.

480 000 Euro Verkaufswert

Auf dem Briefkasten stand der Name des 38-jährigen Italieners. Dieser soll laut Anklage gemeinsam mit dem 31-jährigen Albaner im Februar bei einer Spedition in Rom zwei Pakete mit insgesamt 55 Kilo Marihuana zum Versand an die Anschrift in Barbis aufgegeben haben. Als Empfänger war sein eigener Name angegeben. Anschließend waren die beiden Männer nach Deutschland gereist und hatten einige Tage später in dem als Adresse angegebenen Haus in Barbis die Pakete in Empfang genommen. Beim Öffnen stellten sie fest, dass sich darin statt des Marihuanas nur Streusalz und Papiertaschentücher befanden. Die Polizei hatte die Fracht vor der Auslieferung abgefangen, mit anderem Inhalt aufgefüllt und dann zugestellt. Nach Angaben der Ermittler hatten die beschlagnahmten Drogen einen geschätzten Straßenverkaufswert von 480 000 Euro.

Die Polizei war zuvor durch einen Hinweis der italienischen Behörden auf den Drogenversand aufmerksam geworden. Die Fahnder kontaktierten daraufhin das Logistikunternehmen, das mit der Auslieferung beauftragt war. Da der Kurierfahrer bereits mit der Fracht unterwegs war, bekam er die Anweisung, die Pakete nicht bei der Lieferanschrift in Barbis, sondern bei der Polizei in Osterode abzuliefern. Dort wurden diese dann präpariert und der Kurierfahrer durch einen Polizisten ersetzt.

Da beim ersten Zustellversuch niemand angetroffen wurde, hinterließ der Fahrer im Briefkasten eine Benachrichtigung. Am folgenden Tag meldete sich ein Anrufer bei dem Logistikunternehmen. Der Mann habe in gebrochenem Deutsch erklärt, dass er nur der Dolmetscher und nicht der Empfänger sei, sagte der Leiter der Spedition, den das Gericht ebenfalls als Zeugen geladen hatte. Der Anrufer habe sich in einer fremden Sprache mit einem Mann im Hintergrund unterhalten, um einen neuen Zustelltermin abzustimmen. Die Pakete wurden dann am vereinbarten Tag abgeliefert, kurz darauf stürmten die Spezialkräfte das Haus.

Bei der Polizeiaktion wurden mehrere Handys sichergestellt. Eines davon sei vermutlich dem 31-jährigen Albaner zuzuordnen, sagte die Polizeibeamtin. Eine Dolmetscherin habe nach eigenen Angaben sogar identifizieren können, aus welcher Region der Mann stamme, dessen Stimme auf den Sprachnachrichten zu hören ist. Der Mann habe in einem speziellen Dialekt gesprochen, der für die Bewohner der albanischen Hafenstadt Vlora typisch sei.

Von Heidi Niemann

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