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Göttingen Mann tötet Mutter: Wollte sie ihm kein Geld mehr geben?
Die Region Göttingen Mann tötet Mutter: Wollte sie ihm kein Geld mehr geben?
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10:48 16.02.2019
Der Prozess wird fortgesetzt. Quelle: dpa
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Herzberg/Göttingen

Im Prozess um den Mord an einer 74-jährigen Frau in Herzberg hat das Landgericht Göttingen am Freitag zwei weitere Zeugen aus dem persönlichen Umfeld der Getöteten befragt. Ein Zeuge, der kurz vor dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt in das Nachbarhaus eingezogen war, bemerkte irgendwann, dass im Wohnzimmer der 74-Jährigen vor dem Fenster ein orangefarbenes Zelt aufgebaut war. Er habe sich darüber nicht gewundert, sagte der 30-Jährige. Er habe zuvor von Nachbarn gehört, dass die Wohnung leer stehe, weil die 74-Jährige inzwischen bei ihrem Sohn und ihr Ehemann in einem Heim lebe. Er habe gedacht, dass der Sohn den frei gewordenen Platz im Wohnzimmer nutze, um dort die Ausrüstung für seine Trekkingtouren zusammenstellen. Einmal habe er auch gesehen, wie ein Mann an der Rückseite des Hauses gegraben habe.

Arbeitslos und Schulden

In dem Prozess muss sich der 47-jährige Sohn der Rentnerin wegen Mordes aus Habgier verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im September 2017 seine Mutter getötet zu haben, weil sie seinen Lebensunterhalt nicht weiter habe finanzieren wollen. Der Angeklagte sei arbeitslos gewesen, habe Schulden gehabt und weiter von dem Geld seiner Eltern leben wollen. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe er ihre Leiche im Wohnzimmer in der Blumenbank einbetoniert. Erst im April 2018 - rund sieben Monate später - wurde die Leiche entdeckt. Die Polizei hatte damals einen Hinweis erhalten und daraufhin das Haus durchsuchen lassen.

Die Mutter des Angeklagten hatte in den Monaten zuvor mehrfach einen Rentner darum gebeten, diverse Handwerker- und Gartenarbeiten zu übernehmen, weil ihr dementer Ehemann dazu nicht mehr in der Lage war. Das letzte Mal habe er sie Anfang September 2017 gesehen, berichtete der 68-Jährige. Damals habe er bei ihr den Rasen gemäht. Am 22. September habe die 74-Jährige ihn vormittags angerufen und gefragt, ob er in der Folgewoche zum Rasenmähen kommen könne. Wenige Stunden nach diesem Anruf, so geht es aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervor, soll der Sohn die 74-Jährige in ihrem Wohnzimmer mit einem Schürhaken erschlagen haben.

Innerfamiliäre Konflikte

Nach Angaben des Rentners hatte der Angeklagte ihn einen Tag nach dem letzten Anruf seiner Mutter kontaktiert und mitgeteilt, dass er nicht zu kommen brauche, weil er den Rasenmäher kaputtgefahren habe. Zwei Tage später habe der Sohn ihn erneut angerufen und erklärt, dass er künftig selbst das Rasenmähen übernehmen werde. Außerdem würde er seine Mutter mit zu sich nehmen, um diese „aufzupäppeln“.

Nach Angaben des Rentners hatte die 74-Jährige mehrfach über innerfamiliäre Konflikte gesprochen. Sie habe sich darüber geärgert, dass ihr Sohn auf den Namen ihres dementen Ehemannes ein Auto gekauft und dabei die Unterschrift gefälscht habe. Sie habe sich nicht nur über die monatlichen Raten von 450 Euro, sondern auch über das teure Hundefutter für die Huskies des Angeklagten aufgeregt. Ihren Angaben zufolge hatte das in der Garage gelagerte Futter 800 Euro gekostet. Die nächste Lieferung würde sie nicht mehr bezahlen, weil sie das nicht einsehe, habe die 74-Jährige gesagt.

Von Heidi Niemann

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