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Göttingen Publikumsliebling sprengt den Kostenrahmen
Die Region Göttingen Publikumsliebling sprengt den Kostenrahmen
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00:30 12.03.2018
Fassadenentwurf aus Hamburg: Publikumsliebling, aber teurer als von der Verwaltung vorgegeben. Quelle: PFP Architekten Hamburg
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Göttingen

Die Vorgaben der Stadtverwaltung an die Planer waren eindeutig: 360 Euro pro Quadratmeter darf das neue Außenkleid der Halle kosten. Die detaillierte Kostenaufstellung im Sanierungskonzept veranschlagt für die 1695 Quadratmeter Vorhangfassade exakt 610200 Euro netto. „Das ist nicht unbedingt kostengünstig“, räumte Dinah Epperlein, Leiterin des städtischen Fachdienstes Hochbau, ein. „Aber eben auch nicht sehr hochpreisig“. Das Sanierungskonzept geht von knapp 23 Millionen Euro brutto für die Gesamtsanierung der Halle aus.

PFP Architekten sprengen die Vorgaben

„Der Entwurf des Büros PFP Architekten sprengt den Rahmen dieser Vorgaben“, sagte Dinah Epperlein, Leiterin des städtischen Fachdienstes Hochbau, am Freitag und bestätigte entsprechende Tageblatt-Informationen. Das liege daran, dass die Hamburger mit ihrer Fassade ein „völlig anderes System“ mit einem zusätzlichen Baukörper gewählt hätten, als die beiden anderen Büros, die Fassadenentwürfe vorgelegt haben. Bei diesen geht Epperlein hingegen davon aus, dass sie mit ihren Entwürfen innerhalb des Kostenrahmens bleiben. Alle drei Büros hätten inzwischen ihre nach den eingegangenen Bürgeranregungen, ihre endgültigen Entwürfe abgeben.

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Soll Sasse (Dortmund) Quelle: r

Die Hamburger PFP Architekten verpassen der Stadthalle in ihrem Entwurf gleich zwei neue Hüllen. Die nach der Betonsanierung neu aufgebrachte dunkel abgedeckte Dämmung soll mit einem auf 30 Zentimeter Abstand vorgehängten, messing-farbenen Metallgewebe bekleidet werden. „Das schafft Leichtigkeit, vermeidet Massivität und Flächigkeit und drückt die Werthaftigkeit aus, welche einer Stadthalle ansteht“, heißt es im Entwurf. Er sieht zudem vor, eine „Stelenreihe, eine vierseitige Wandelhalle“ um die Halle zu bauen, die aus senkrechten und diagonalen Stelen aus weißem Beton besteht und so der Halle ein „modernes und eigenständiges Bild“ gibt, wie Detlef Junkers bei der Vorstellung des Entwurfes erläuterte. Die charakteristischen Stadthallenkacheln verpflanzen die Hamburger auf das Hallendach.

Reichel Architekten (Kassel) Quelle: r

Bei der Bürgerbeteiligung setzte sich der Entwurf als Publikumsliebling durch. Stadtbaurat Thomas Dienberg sagte am Freitag, dass die Jury „kaum in der Lage sein wird, von dem gesteckten Kostenrahmen abzuweichen“.

Die Jury soll nun bis Mitte April entscheiden, im Mai will die Verwaltung dann über das Ergebnis im Bauausschuss berichten. Der Jury gehören außer Dienberg und Epperlein Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), Maik Lindemann, Leiter Fachdienst Planung, und Georg Klaus als Vertreter des Städtebaubeirates an. Ratspolitiker werden als beratende Mitglieder vertreten sein. „Die Jury-Entscheidung ist die Entscheidung. Eine politische Entscheidung wird es nicht mehr geben“, sagte Epperlein. So sehe es das gewählte Vergabeverfahren vor.

Von Michael Brakemeier

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