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Göttingen Punk fordert Besuch vom Ordnungsamt
Die Region Göttingen Punk fordert Besuch vom Ordnungsamt
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17:50 07.11.2012
Anwohner und Jugendliche haben ähnliche Interessen: einen ruhigen und sauberen Cheltenhampark. Quelle: EF
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Göttingen

„Immer wieder erreichen uns Beschwerden“, sagt Claudia Wittenstein vom Präventionsrat der Stadt, „doch wir wissen gar nicht, was die Beteiligten eigentlich wollen.“ Das Treffen solle Abhilfe schaffen. „Es geht nicht um Verbote, sondern um ein gesundes Miteinander“, erklärt Christian Hölscher, Geschäftsführer der Jugendhilfe Göttingen.

Das Interesse ist entsprechend groß: Vier Anwohner und mehr als 20 Jugendliche sitzen zusammen und kommen schnell ins Gespräch. Bald stellt sich heraus, dass es viele gleiche Interessen gibt. Die Anwohner möchten nachts ihre Ruhe haben und ärgern sich über vermüllte Wege, Spielplätze und Vorgärten.

Die Jugendlichen, bei der Jugendhilfe als Baumgruppe bekannt, verstehen die Probleme der Anwohner gut und versuchen selbst, im Cheltenhampark für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch werde ihnen von anderen jugendlichen Gruppen nicht immer ausreichend Respekt entgegengebracht. „Es wäre doch vernünftig, wenn abends um zehn oder elf Uhr das Ordnungsamt vorbeikommt und für Ruhe sorgt, ohne die Anwesenden gleich rauszuschmeißen,“ fordert einer der Jugendlichen mit bunten Haaren und Irokesenschnitt: „Wenn schon ich als Punk sage, schickt das Ordnungsamt, dann muss mal was passieren.“

Natürlich sei auch die Anwesenheit der Ordnungshüter nicht die Lösung aller Probleme, doch der Grundstein für die Zusammenarbeit sei gelegt. Die Streetworker des Projekts „Go Willi“, das schon am Wilhelmsplatz ähnliche Probleme kontrolliert, verteilten zudem Fragebogen an Anwohner und Jugendliche, um beurteilen zu können, welche Vorstellungen die Beteiligten vom Cheltenhampark haben. „Für die Jugendlichen ist der Park genauso wichtig wie für die Anwohner, da sie hier in großen Gruppen zusammensitzen können und ihre Freiheit haben“, erklärt Milena Jurczik von „Go Willi“. Siegfried Lieske, Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung, ist froh, dass der Abend so erfolgreich verlaufen ist: „Es ist wirklich klasse, dass so viele da waren, betont er. „Dieses Treffen ist ein Start gewesen, nicht das Ende. Wir werden wieder einladen.“

Von Valerie Schenk