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Göttingen Punktsieg für Bordell in „Pufferzone“
Die Region Göttingen Punktsieg für Bordell in „Pufferzone“
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22:40 04.09.2009
Weiter in der Diskussion: Das Groner Industriegebiet als Standort für Rotlicht-Etablissements.
Weiter in der Diskussion: Das Groner Industriegebiet als Standort für Rotlicht-Etablissements. Quelle: CH
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Auf der Tagesordnung standen Änderungen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans für das ehemalige Gelände des Spanplattenwerks Novopan. Die Stadt will Göttingens größte Industriebrache mit einer Straße erschließen und so dem Eigentümer eine kleinteiligere Vermarktung der 16 Hektar Fläche ermöglichen.

Der östliche Bereich soll auch künftig Industriegebiet bleiben. Dort stehen derzeit Hallen, die das Speditionsgewerbe nutzt. Direkt an der Industriestraße gegenüber vom Discounter Lidl will die Stadt ein Sondergebiet für Einzelhandel mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche ausweisen. Auflagen sollen sicherstellen, dass sich dort nur Nahversorger niederlassen.

Im Westen zur Martin-Luther-Straße, wo die Eisenbahnersiedlung angrenzt, soll ein Gewerbegebiet sowie Grünflächen als „Pufferzone“ entstehen, so Uhlig. Weitere Wohnbebauung will die Stadt dort nicht zulassen. Sexdienstleistungen sollen ausdrücklich untersagt werden. So möchte die Verwaltung das Bordell, das dort 2008 entstanden ist, zum Schließen zwingen. Dieses Ziel verfolgt auch die SPD. CDU und Grüne gingen bisher entspannter mit dem Thema um.
Brisant ist die Frage nach dem Lärmschutz. „Wir haben alle durchgeatmet, als Glunz endlich weg war, auch wenn damit Arbeitsplätze verloren gingen“, sagte Christian Henze. Und Rainer Skibbe (CDU) sprach den anderen Ortsratsmitgliedern aus dem Herzen, als er vor einem „neuen Kracher“ warnte. Uhlig erklärte, dass die Pläne „strenge Auflagen“ enthielten. Die Groner Politiker blieben misstrauisch. In der Vorlage der Verwaltung fehlten zahlreiche Seiten. „Unter diesen Umständen sind wir nicht in der Lage, heute eine Entscheidung zu treffen“, stellte Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) klar.

Uhlig machte Druck. Am 16. November laufe die bereits dreimal verlängerte Veränderungssperre aus. Ändere die Stadt bis dahin den Flächennutzungsplan nicht, lasse sich der Weiterbetrieb des Bordells kaum noch verhindern. Der Ortsrat blieb hart, bot aber eine Sondersitzung an.

Von Michael Caspar