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Göttingen Rätselraten um tödlich verletzten Radfahrer
Die Region Göttingen Rätselraten um tödlich verletzten Radfahrer
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18:34 11.08.2011
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Göttingen

Unter diesem Namen wurde er als Patient im Klinikum registriert, auf diesen Namen wurde auch seine Sterbeurkunde ausgestellt. Zwei Tage nach dem Unfall meldete sich jedoch eine Familie aus Nigeria, die angab, dass der Getötete tatsächlich Nelson O. heiße und ihr Sohn sei.

In dieser Woche sollte sich eigentlich der junge Autofahrer, der mit seinem Pkw den Radfahrer erfasst hatte, vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. Zum Prozess erschien auch ein Rechtsanwalt, der als Nebenkläger die Interessen der Familie aus dem afrikanischen Nigeria vertreten will.

Der Prozess wurde jedoch gleich wieder ausgesetzt, weil bislang nicht sicher geklärt ist, wer das Unfallopfer tatsächlich war. Um als Nebenkläger zugelassen werden zu können, soll der Rechtsanwalt zunächst weitere Dokumente und auch Zeugen beibringen, die die Identität des Getöteten letztlich belegen können.

Der Anwalt äußerste zunächst sein Unverständnis über die Verzögerung. Schließlich sei die Leiche des Radfahrers nach Nigeria überführt worden. Die Familie habe ihn dort in Empfang genommen und beigesetzt. Dies hätte sie doch in keinem Fall gemacht, wenn es nicht ihr eigener Sohn gewesen wäre.

Möglicherweise hatte der getötete Radfahrer bei seinem gestellten Asylantrag gegenüber den deutschen Behörden einen falschem Namen und eine andere Staatsangehörigkeit angegeben, um seine Chancen auf eine Duldung in Deutschland zu erhöhen.
Der genaue Hergang des Unfalls, der sich Mitte Juli 2010 um kurz vor 5.30 Uhr an der Göttinger Kreuzung Godehardstraße/Berliner Straße ereignet hatte, ist bislang noch unklar. Das Gericht will deshalb unter anderem ein Gutachten einholen, um zu klären, mit welchen Geschwindigkeiten die Beteiligten am Unfalltag unterwegs waren.

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