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Göttingen Randalierer im Freibad Dransfeld und Duderstadt: Fäkalien im Becken
Die Region Göttingen Randalierer im Freibad Dransfeld und Duderstadt: Fäkalien im Becken
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13:15 23.07.2013
Für einen Tag gesperrt: Im Nichtschwimmerbecken des Duderstädter Freibades haben Unbekannte in der Nacht zum Sonnabend Kot und Urin hinterlassen.
Für einen Tag gesperrt: Im Nichtschwimmerbecken des Duderstädter Freibades haben Unbekannte in der Nacht zum Sonnabend Kot und Urin hinterlassen. Quelle: EF
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Duderstadt/Dransfeld/Reyershausen

Nach ersten Ermittlungen der Polizei gelangten die Täter durch ein offenes Tor auf die benachbarte Talwiese und dann über einen Zaun ins Bad.

Ein biologisch viel größerer Schaden, so Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der Eichsfelder Blockheiz- und Bädergesellschaft, und Badebetriebsleiter Günter Leineweber, sei aber im Nichtschimmerbecken „hinterlassen“ worden.

Neben und auf der Rutsche, im Beckenbereich und dem Pool selbst fanden sich Kot und Urin, die den Badebetrieb unmöglich machten.

„Die Ansteckungsgefahr durch Fäkalbakterien ist extrem hoch“, weist Kuhlmann die Verursacher auf ein großes Gesundheitsrisiko hin, „da wird aus einer Sachbeschädigung schnell eine vorsätzliche Körperverletzung“.

Polizei sucht Zeugen

Nachdem Aufräum- und Ermittlungsarbeiten erledigt waren, wurde der Badebetrieb am Sonnabend gegen 9 Uhr wieder aufgenommen. „Dank der Unterstützung durch die Frühschwimmer“, bedanken sich Kuhlmann und Leineweber.

Das Nichtschwimmerbecken musste aufgrund biologischer Untersuchungen und Desinfektionsarbeiten den ganzen Tag über gesperrt bleiben. Erst nachdem die Wasserwerte am Sonntagmorgen wieder einwandfrei waren, verschwanden die Sperrbänder.

Da aufgrund von Veranstaltungen zahlreiche Menschen in der Stadt unterwegs waren, hofft die Polizei auf Zeugenhinweise unter Telefon 0 5527/98 01-0.

Auch das Freibad Reyershausen ist von Vandalismus betroffen. In der Nacht zu Montag hätten Unbekannte eine Bank im Sprungbecken versenkt, sagt Schwimmmeister Martin Roddewig.

Bisher verschont geblieben

„Wir haben die Bank zu zweit mit einer Rettungsstange herausgeholt“, sagt er. Dergleichen sei kein Kavaliersdelikt. „Durch die scharfen Kanten der Bank kann die Beckenfolie kaputt gehen.“ Das Becken werde undicht und verliere Wasser.

Bis auf diesen Fall sei das Bad aber bislang von Vandalen verschont geblieben, sagt Roddewig. „Klar sind über Nacht mal ein paar Leute drin und haben Spaß. Am nächsten Tag ist aber alles sauber.“

Alles andere als sauber war das Sportbecken, als Schwimmmeister Matthias Corde am Sonnabendmorgen seinen Rundgang durchs Dransfelder Freibad machte. Er entdeckte Fäkalien im Wasser. Corde ist sich sicher: „Drei Jugendliche haben Haufen ins Sportbecken gesetzt.“

„Das ist eine Schweinerei“

Die Unbekannten hatte Corde, der direkt am Bad wohnt, noch von weitem gesehen. Als er näher kam, flüchteten sie – und der Schwimmmeister nahm die Verfolgung auf. „Ich bin noch hinterher, aber die sind über den Zaun, und dann waren sie weg“, erzählt er.

Erst am nächsten Morgen sah er dann die stinkende Überraschung: „drei Haufen, schön verteilt im Wasser“. Wegen der Reinigungsarbeiten hätte er das Bad erst später öffnen können.

„Das ist eine Schweinerei“, sagt Corde. „Wenn ich die erwischt hätte, hätten die das selbst wieder rausholen müssen.“ Der Förderverein überlege jetzt sogar, eine Überwachungskamera am Sportbecken aufzustellen.

Von Anne Eckermann und Andreas Fuhrmann

Dieser Artikel wurde aktualisiert