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Göttingen Rangelei nach Böller-Prozess
Die Region Göttingen Rangelei nach Böller-Prozess
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19:47 05.07.2011
Von Matthias Heinzel
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In dem am Montag zu Ende gebrachten Prozess hatte die Staatsanwaltschaft den 21-Jährigen bezichtigt, auf einer Demonstration im Januar 2010 einen Silvesterböller in Richtung eines Polizisten geworfen und ihn damit verletzt zu haben. Weil die als Zeugen geladenen Beamten den Angeklagten aber weder eindeutig als Böllerwerfer identifizieren konnten noch überhaupt einen Wurf gesehen hatten, wurde der 21-Jährige freigesprochen. Danach zündeten Sympathisanten einige kleine Knallkörper vor dem Gerichtsgebäude.

Über das, was danach geschah, gibt es unterschiedliche Angaben. Die Polizei erklärte, die Sympathisanten hätten sich zunächst zu einem Aufzug formiert. Als ein Beamter versucht habe, einen Versammlungsleiter zu ermitteln, sei er „von einem zunächst unbekannten jungen Mann aus der Gruppe zu Boden gerissen“ worden und mit dem Knie gegen einen Pfosten geprallt. Dabei habe der Beamte leichte Verletzungen am Knie erlitten. Der Täter sei geflohen, danach aber ermittelt und ergriffen worden. Es handle sich um einen 16-Jährigen, der „polizeilich bereits bekannt“ sei. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und gegen das Sprengstoffgesetz.

Aus Kreisen der Linksaktivisten verlautete hingegen, ein Polizeibeamter habe versucht, einen jungen Mann festzuhalten. Dabei sei er ausgerutscht und habe den Jugendlichen festgehalten, wobei beide gestürzt seien.