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Göttingen Stängelrüssler fliegen schon
Die Region Göttingen Stängelrüssler fliegen schon
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00:21 23.02.2019
Innerhalb von 24 Stunden sind diese Stängelrüssler in die Schale geflogen. Quelle: Markus Gerhardy
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Gieboldehausen/Göttingen

Mit dem ungewöhnlich frühem Frühlingswetter in der Region haben auch die Landwirte mit der Arbeit auf dem Acker begonnen. Sie bringen jetzt bereits Dünger aus und gehen gegen Schädlinge vor.

Käfer verlassen bereits die Winterquartiere

So früh im Jahr waren die Stängelrüssler nur selten unterwegs. Markus Gerhardy, Landwirt in Gieboldehausen, hat bereits vor einigen Tagen gelbe Plastik-Schalen am Feldrand aufgestellt. Von der gelben Farbe werden die Käfer angelockt und fallen dann in das eingefüllte Wasser hinein – dort können sie gezählt werden. „Sobald die Temperaturen auf zweistellig ansteigen, verlassen die Tiere ihre Winterquartiere”, sagt der Landwirt. Die Stängelrüssler kommen dann aus Büschen, Hecken und Wäldern um sich zu paaren und ihre Eier auf den Rapsfeldern abzulegen. Schlüpfen dann später die Maden, fressen sie sich in die Pflanzen. Bis zum vergangenen Jahr durften die Landwirte Saatgut verwenden, dass mit Neonikotinoiden vorbehandelt war. Das ist nun verboten. „Jetzt müssen wir stattdessen Insektizide auf dem Feld sprühen”, erklärt Achim Hübner vom Landvolk Göttingen.

Dreifache Menge Käfer

Wie Gerhardy erklärt, so kommen die Spritzmittel für den Raps jedoch nur dann zum Einsatz, wenn eine gesetzlich festgelegte Mindest-Zahl von Stängelschädlingen in die gelbe Schale geflogen ist. „In diesem Jahr wurde die Zahl an manchen Orten um ein dreifaches überschritten”, sagt Gerhardy. Die Grenze liegt bei 15 Stängel- oder 30 Kohltriebrüsslern, die binnen eines Tages in die Falle fliegen. Er spricht derzeit aber von einem „massiven Flug“ und „extrem vielen Tieren”. Die gelben Schalen werden von den Bauern täglich kontrolliert und mit einem Gitter abgedeckt. Dadurch wird verhindert, dass beispielsweise Bienen und Hummeln hinein geraten. „Wir müssen die Käfer jetzt erwischen. Die Maden erreichen wir später dann nämlich nicht mehr”, erklärt Gerhardy.

Raps ohne Insektizide ist selten

Im vergangenen Jahr hatten viele Faktoren zu einer stark reduzierten Rapsernte in der Region geführt. Ein Faktor waren auch Schädlinge. Die Landwirte versuchen nun laut Gerhardy, ihre noch kleinen Pflanze so zu schützen, dass sie möglichst wenig ihrer Kraft verlieren und so später ihr volles „Ertragspotenzial” ausschöpfen können. Dazu gehöre zum einen die Schädlingsbekämpfung mit Insektiziden. Hübner: „Deshalb gibt es kaum Bio-Raps”. Zum anderen dürfen die Landwirte seit dem 1. Februar, dem sogenannten Gülle-Silvester, wieder Dünger auf den Acker ausbringen. „Das gilt zumindest dann, wenn die Pflanzen den Dünger auch aufnehmen können”, so Hübner. Also nicht, wenn beispielsweise Schnee liegt, der Boden tief gefroren ist oder andere Witterungsbedingungen dazu führen, dass der Dünger nicht in die Pflanze gelangt. Die Bauern testen derzeit ihre Böden, um den Bedarf an Nährstoffen heraus zu finden. Dann bringen sie, wenn Mineralstoffe fehlen, die Düngemittel möglicht gezielt aus.

Gerhardy hat auf seinen Flächen im Bereich Gieboldehausen mit den Arbeiten begonnen. Ungewöhnlich sei nicht nur die hohe Zahl der Rüssler. So früh wie in diesem Jahr habe er noch nie gegen die Insekten gekämpft.

Von Britta Bielefeld

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