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Göttingen Rathskeller-Kakerlaken und Missstände als Geister der Vergangenheit
Die Region Göttingen Rathskeller-Kakerlaken und Missstände als Geister der Vergangenheit
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19:21 29.11.2010
Von Jürgen Gückel
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Quasi als Geister der Vergangenheit werden Kakerlaken und hygienische Missstände in dem Prozess eine Rolle spielen – so wie schon einmal in den 90ern. Damals hatte Peter Ollhoff – der sich heute zum „schwebenden Verfahren nicht äußern“ will – erfolgreich dagegen geklagt, dass ihm der eigene Pächter die Kontrolleure ins Haus schickte. Damals war es um lose Fliesen gegangen, die die Stadt hätte in Ordnung bringen müssen, die das Veterinäramt dem Wirt aber vorwarf. Diesmal wehrt sich der Rathskeller-Wirt gegen extrem häufige Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung – einschließlich Androhung von Zwangsgeld.

Doch dass das Veterinäramt in den Jahren 2008 und 2009 praktisch Dauergast in der Küche war, hatte einen guten Grund. Auch beim Tageblatt hatten sich Kunden über Tierchen und andere Missstände beschwert. Als ein Koch dem Tageblatt eine lange Liste Mängel vorlegte, führte das zur Presseanfrage bei der Stadt. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) versprach, für Kontrollen zu sorgen. Vorher, so ergaben die Recherchen damals, habe es keine Beanstandung gegeben, die zu Zwangsmaßnahmen geführt hätten. Die Liste des Kochs erwies sich zudem als nickelig – der Mann war gerade gefeuert worden. Auf Berichterstattung wurde verzichtet, denn auch auf der Suche nach Kakerlaken wurden die Veterinäre trotz der vorherigen Klagen nicht fündig.

Doch gegen die Kontrollen, die er mit je 300 bis 700 Euro zu zahlen hatte, geht der ehemalige Pächter, der wegen des Streits Ende 2009 frühzeitig aus dem Vertrag ausstieg, noch heute gerichtlich vor. Der Prozess sollte am 2. Dezember sein – jetzt ist er auf nächstes Jahr verschoben. Es eilt nicht mehr.