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Göttingen Ratsmehrheit will Stadthallensanierung stoppen
Die Region Göttingen Ratsmehrheit will Stadthallensanierung stoppen
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19:42 14.02.2019
Die Zukunft der Stadthalle am Albaniplatz ist wieder ungewiss Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Sanierung der Göttinger Stadthalle soll zehn Millionen Euro teurer werden als geplant. Deshalb wollen CDU, Grüne, FDP, Linke und die Piraten-und-Partei-Gruppe die Arbeiten mit einem Dringlichkeitsantrag stoppen.

„Die Verwaltung wird aufgefordert, einen sofortigen Stopp aller Sanierungsarbeiten in und um die Stadthalle anzuordnen und ergebnis- und standortoffen eine Neukonzeption zu prüfen“, heißt es in dem Antrag, der am Freitag im Rat beschlossen werden könnte. Spätestens seit Bekanntwerden der Kostensteigerung von 20 auf zunächst 30 Millionen Euro müsse diese ernsthaft in Erwägung gezogen werden, heißt es in der vorab von der CDU-Fraktion verschickten Pressemitteilung.

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Dass aus den Reihen der Christdemokraten die Kritik am Sanierungsplan besonders laut tönt, ist nicht neu. Allerdings scheint sich mittlerweile eine Mehrheit für diese Meinung gefunden zu haben. Denn nach Aussage der CDU unterstützen alle Fraktionen bis auf die SPD den Antrag. Die Sozialdemokraten hatten sich bis Redaktionsschluss nicht zur geänderten Stimmungslage geäußert.

Andere Standorte prüfen

„Die Unterzeichner sehen den Antrag als letzte Möglichkeit, um noch mal alle Optionen auf den Tisch zu legen und dann fundiert entscheiden zu können“, so die CDU. Dabei sollen ausdrücklich andere Standorte als der Albaniplatz und andere Konzeptionen als ein Neubau in Frage kommen können.

Offenbar macht man sich mittlerweile auch im Landkreis Gedanken über die Stadthalle. Die Kreistagsfraktion der FDP schlug jetzt vor, Stadt und Landkreis sollten gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Die könnte beispielsweise der Neubau einer Konzert- und Veranstaltungshalle außerhalb des Stadtzentrums sein, so lautet die Idee aus dem Büro des Fraktionschefs Thomas Carl Stiller. „Eine solcher Veranstaltungsort würde die gesamte Region stärken und verbinden. Gemeinsam ließe sich dies stemmen. Kultur verbindet.“

Stimmungswechsel im Lager der Grünen

Und auch der Stadtverband der Grünen meldete sich zur Stadthalle zu Wort. Durch die gestiegenen Kosten und die Tatsache, dass der Cheltenham-Park durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wachsen auch hier die Zweifel, ob die Sanierung überhaupt in dieser Form umgesetzt werden soll. „Wir fordern deshalb ein Moratorium der Sanierungsaktivitäten und eine ergebnisoffene Diskussion über alle Nutzungsmöglichkeiten des Areals Albaniplatz und Stadthalle“, erklärte Thomas Dabergott, Mitglied des Stadtvorstands von Bündnis90/Die Grünen.

Noch vor zehn Tagen waren Baustopp, Abriss oder Neubau für die Grünen keine Option, wie Ratsfrau Dagmar Sakowsky auf Tageblatt-Anfrage betonte. Hier scheint es einen entscheidenden Stimmungswechsel gegeben zu haben.

Die Ratssitzung beginnt um 14 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4.

Von Markus Scharf

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