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Göttingen Forum Wissen der Uni Göttingen soll 2020 öffnen
Die Region Göttingen Forum Wissen der Uni Göttingen soll 2020 öffnen
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06:00 22.02.2019
Raumkonzept für das Obergeschoss des Forums Wissen.
Raumkonzept für das Obergeschoss des Forums Wissen. Quelle: Atelier Brückner
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Göttingen

Ein Forum Wissen errichtet die Zentrale Kustodie der Georg-August-Universität Göttingen im Gebäude der ehemaligen Zoologie. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir das Wissensmuseum in der zweiten Jahreshälfte 2020 eröffnen können“, sagte Marie Luisa Allemeyer am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle im Rat der Stadt Göttingen. Die Direktorin der Zentralen Kustodie und Projektleiterin für das Forum Wissen stellte den Ausschussmitgliedern den aktuellen Sachstand vor.

Die ehemailge Zoologie an der Berliner Straße wird zum Forum Wissen umgebaut. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Zweigleisige Arbeit

„Wir arbeiten zweigleisig“, erläuterte Allemeyer. Zum einen gebe es das Bauvorhaben, zum anderen die Entwicklung der Ausstellung. „Umbau der Zoologie zum Forum Wissen“ sei auf der Baugenehmigung zu lesen. Die Architekten hätten von Beginn an dafür gestimmt, die Räume auf die alten Strukturen zurückzubauen. So seien die Flure im Gebäude früher fensterlos gewesen. Man habe innen also wenig Orientierungspunkte gehabt. Die alte Struktur mit ihren großen Sälen werde das Gebäude prägen. Die Grundsteinlegung für den Bau sei im September 2018 erfolgt. Das sei ein wichtiger Meilenstein gewesen.

Neues von den Ausstellungen

Neuigkeiten gebe es vor allem im Ausstellungsbereich, berichtete Allemeyer. Nachdem das Team der Kustodie bereits seit eineinhalb Jahren in der Entwicklung der Ausstellung mit der Berliner Agentur „Die Exponauten“ von Joachim Bauer zusammengearbeitet habe, sei für die Gestaltung der Ausstellung im September 2018 das Atelier Brückner aus Stuttgart hinzugestoßen. Das Unternehmen beschäftige 120 Mitarbeiter. „Die setzen viele richtig große Projekte um“, sagte Allemeyer und nannte das Nationalmuseum Ägypten als Beispiel. „Wir hatten viele Workshops, zuletzt gestern und vorgestern.“

Geplante Aufteilung im Obergeschoss des Forums Wissen Quelle: Atelier Brückner

Arbeit mit Modellen

Die Mitarbeiter des Ateliers Brückner würden mit Modellen arbeiten und haben nach Angaben Allemeyers „jetzt schon das Forum Wissen gebaut“. Dabei habe das Projektteam gemerkt, dass „wir viel zu viele Ideen haben“. Der Platz sei dann doch begrenzt. Die Ausstellung werde nicht nach Fächern oder nach Chronologie sortiert sondern nach Räumen. „Welche Rolle spielt eine Bibliothek dabei Wissen zu schaffen?“, fragte Allemeyer. Welche ein Atelier oder der Markt? Das Labor als Klassiker für einen Raum, in dem Wissen geschaffen werde, sei natürlich ebenfalls vertreten. „Wir zeigen ein chemisches Labor aber auch ein Gebärdensprachlabor.“ Besucher könnten dann aussuchen, welches gezeigt werden soll.

Analoges mit Digitalem bereichern

Das Forum Wissen werde die Stärken des Analogen durch das Digitale bereichern, betonte die Projektleiterin. So soll es zum Beispiel möglich sein, Objekte innerhalb der verschiedenen Räume digital mitzunehmen. Allerdings müsse man auch aufpassen, weil sich digitale Trends unheimlich schnell entwickeln. Die einzelnen Räume werden im Obergeschoss angesiedelt.

Geplante Raumaufteilung der Ausstellung im Obergeschoss Quelle: Atelier Brückner

70 Sammlungen

Die Göttinger Universität besitze rund 70 Sammlungen, von denen nicht alle gleich gut aufgestellt seien, so Allemeyer. Die Digitalisierung der Sammlungen sei ein großes Thema. „Wir sind schon seit Jahren dabei, alle Sammlungen in ein Portal zu stellen.“ Bis jetzt gebe es bereits rund 27 000 Datensätze. „Es ist aber nicht so, dass alle 70 Sammlungen in das Forum einziehen“, erklärte Anne-Katrin Sors, Kustodin der Kunstsammlung. Vielmehr würden Teile der Sammlungen zur Verfügung gestellt, die später aber wieder in die Lehre und Forschung zurückgegeben werden müssten.

Museum mit Café

Es werde keine Ausstellung über Göttingen, betonte die Projektleiterin, allerdings solle Göttingen durchaus als Beispiel dienen. Im Erdgeschoss stoße der Besucher zunächst auf den Empfang. Es werde eine Ebene mit einer großen Vielfalt, wie Allemeyer sagte. Darüber hinaus soll dort auch ein Café entstehen, das vom Hotel Freigeist betrieben werde. Insgesamt sei das Forum Wissen dazu gedacht, sowohl für die Universität als auch die Öffentlichkeit da zu sein. Das Haus werde sicher auch dazu beitragen, manche Studenten vom Studienort Göttingen zu überzeugen.

Geplante Raumaufteilung im Erdgeschoss Quelle: Atelier Brückner

Von Rüdiger Franke

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