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Göttingen Rechtliche Vorgaben für Osterfeuer
Die Region Göttingen Rechtliche Vorgaben für Osterfeuer
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19:36 27.03.2018
Osterfeuer-Aufbau: Anlieferung des Materials für das Osterfeuer in Jühnde.
Osterfeuer-Aufbau: Anlieferung des Materials für das Osterfeuer in Jühnde. Quelle: Peter Heller
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Nörten/Friedland/Göttingen

Wer ein Osterfeuer abbrennen will, muss dies bei den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden angeben. Wenn beispielsweise der Feuerwehrverein in Nörten-Hardenberg sein Feuer auf dem üblichen Platz nordöstlich des Neubaugebietes Hofbreite abbrennen will, muss er Auflagen beachten, erklärt Hauptamtsleiterin Anke Bottek.

Informationen auf einem Handzettel

Zuständig dafür ist der Landkreis Northeim. Und der informiert mit einem Handzettel. Dem ist zu entnehmen, dass Osterfeuer der Brauchtumspflege zuzuordnen sind und daher mit dem Umweltrecht abzustimmen seien. Besonders das Wasser-, Naturschutz- und Abfallrecht müsse dabei im Blick behalten werden.

In der örtlichen Gemeinschaft verankert

Osterfeuer müssen im Landkreis Northeim von einer „in der örtlichen Gemeinschaft verankerten Organisation, Glaubensgemeinschaft oder einem Verein„ ausrichtet werden und für jedermann zugänglich sein. Private Osterfeuer seien nicht zulässig. Neue Plätze müssen mindestens einen Monat vor Ostern über die Kommunen oder den Landkreis angemeldet werden.

Ausschließlich naturbelassenes trockenes Holz, das eigens dafür hergestellt oder gesammelt wird,darf verwendet werden. Baum- und Strauchschnitt darf nur verbrannt werden, wenn dadurch anderes Brennmaterial ersetzt wird. Für das Anzünden darf nur trockenes Stroh eingesetzt werden.

Schutz von Tieren

Lediglich 14 Tage vor dem Termin darf das Holz gelagert werden, erst am Tag des Osterfeuers soll es zum Schutz von Tieren aufgeschichtet werden. Auch die Größe des brennbaren Haufens wird vom Landkreis Northeim geregelt. Sie soll dem Anlass angemessen sein und sich an der Einwohnerzahl und der Siedlungsstruktur orientieren. Je mehr Einwohner also, desto größer der Haufen.

Sperrmüll, Reifen, Altöl oder sonstige Abfälle dürfen nicht verbrannt werden. Nach der Veranstaltung sind die Verbrennungsrückstände und das überschüssige Brennmaterial zu entsorgen, innerhalb einer Woche und kostenpflichtig auf der Deponie Blankenhagen.

Untere Abfallbehörde zuständig

Bei der Stadt Göttingen ist die Untere Abfallbehörde für Osterfeuer zuständig. Auch sie untersagt den Einsatz von Brandbeschleunigern. Ausschließlich unbehandeltes Holz darf zum Einsatz kommen, gerne „Baumschnitt aus der Garten- und Landschaftspflege“. Auch die Stadt hat die Tierwelt im Blick, auch hier muss das Brennmaterial vor dem Anzünden umgeschichtet werden – frühestens drei Tage vor dem Osterfeuer. Auch müssen die Organisatoren schon im Vorfeld Menschen benennen, die bei Gefahr löschen können. Mindestabstände zu Gebäuden und Leitungen sind einzuhalten. Ist das nicht möglich, müssen Brandsicherheitswachen oder gar ein Tanklöschfahrzeug eingesetzt werden.

In der Gemeinde Friedland ist der Fachbereich Ordnungswesen für die Osterfeuer zuständig. „Wir halten den Verwaltungsaufwand klein“, sagt Mitarbeiterin Martina Thies. Die Ortschaften kümmerten sich mit den Feuerwehrvereinen um den ordnungsgemäßen Ablauf. Friedlands Gemeindebrandmeister Heiko Wiegmann erklärt, dass immer ein Brandsicherheitswache für meist vier bis fünf Stunden gestellt werden müsse.

Eine Übersicht über die Osterfeuer in der Region finden Sie hier.

Von Peter Krüger-Lenz