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Göttingen Rechts gegen Rechts: Demo gegen Höcke
Die Region Göttingen Rechts gegen Rechts: Demo gegen Höcke
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19:43 18.10.2018
Beim Trauermarsch in Chemnitz: AfD-Mann Höcke sucht die Nähe zu den islamfeindlichen Pegida-Mitgliedern Siegfried Däbritz und Lutz Bachmann. Mit dem rechtsextremen Pegida-Ableger „Thügida“ will Höcke hingegen nichts zu tun haben. Quelle: imago stock&people
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Bornhagen

Beobachter der rechten Szene im Eichsfeldkreis haben die Thügida-Ankündigung einer Demonstration in Bornhagen, die seit Montag auf der Facebook-Seite „Wir lieben Sachsen / Thügida“ gepostet wurde, zunächst für Satire gehalten. Die Gemengelage, ultrarechte bis rechtsextremistische Gruppen demonstrieren gegen den ultrarechten Thüringer AfD-Landeschef Höcke, schien zu unwahrscheinlich.

Köckert und Wilke als Anmelder

Doch Satire ist es keineswegs. Seit Dienstag liegt der Verwaltung des Landkreises Eichsfeld eine entsprechende Ankündigung für eine Demo vor. Auch Polizeisprecherin Fränze Töpfer bestätigt das. Als Veranstalter treten die rechte Partei die Republikaner und die rechtsextreme Vereinigung Thügida auf. Anmelder sind Jens Wilke und David Köckert. Nach Auskunft einer Landkreissprecherin erwarten die Veranstalter rund 50 Teilnehmer. Geplant ist eine dreistündige Demonstration. Treffpunkt soll um 15 Uhr am Parkplatz unterhalb der Burg Hanstein sein. Ursprünglich war vorgesehen, vorbei an Höckes Wohnhaus und dem Gasthof Klausenhof zum Gemeindezentrum und durch den Bauernweg wieder zurück zu ziehen. Diese Route wurde am Donnerstag aber nicht genehmigt, teilte eine Landkreissprecherin mit. Jetzt soll die Thügida-Demo auf die Straße „Schanze“ beschränkt bleiben – in einiger Entfernung zu Höckes Wohnhaus.

Höcke distanziert sich von Thügida

Anlass der Thügida-Demo gegen Höcke dürften dessen öffentlichen Beteuerungen auf dem Landesparteitag der AfD am Sonnabend in Arnstadt sein, bei dem der Wortführer des ultrarechten Parteiflügels mit 84,4 Prozent der Stimmen zum AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019 gewählt worden ist. Vor dem Hintergund einer möglichen Beobachtung seiner Partei durch den Verfassungsschutz sagte Höcke unter anderen, dass die AfD in Thüringen eine politische Grenzziehung praktiziere: „Pegida bleibt für uns ein natürlicher Verbündeter. Mit Thügida haben wir nichts zu tun“, sagte Höcke, der in Chemnitz Seite an Seite mit Pegida und Neonazis demonstrierte und dem eine Nähe zum NPD-Kader Thorsten Heise nachgesagt wird. Maßgebliche Vertreter des Thüringer Pegida-Ablegers werden unter anderem vom Thüringer Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.

Vor Höckes Wohnhaus in Bornhagen: Im November sichert die Polizei das Haus nach einer Aktion des Zentrums für politische Schönheit. Quelle: mib

Thügida gegen Höcke auf Facebook und Twitter

In dem Demoaufruf von Thügida wird Höcke zwar namentlich zunächst nicht erwähnt. Dort heißt es mutmaßlich in Anspielung auf den Geschichtslehrer Höcke aber: „Was gewisse Pädagogen, vermeintliche Heilsbringer, jetzt allerdings gerade abziehen, ist nichts anderes als Verrat. Verrat an der Basis, Verrat am Volk. Wohlgemerkt, am Volk, welches es überhaupt erst ermöglicht hat, an die Futtertröge des Kapitals zu gelangen.“ Am Donnerstag veröffentlichte der Neonazi Köckert zusätzlich auf Twitter eine Videobotschaft, in der er explizit Bezug nimmt auf Höcke.

Polizei bereitet sich vor

Die Polizei in Nordhausen, so Töpfer, bereitet derweil den Einsatz am Sonntag vor. Die Sicherheitsbewertung durch das Landeskriminalamt liege aber noch nicht vor.

Einige linke Gruppen sind verunsichert, wie sie mit der Situation in Bornhagen umgehen sollen. So wird etwa befürchtet, eine Gegendemo gegen den Thügida-Aufmarsch könnte als Solidarität für Höcke interpretiert werden. Polizei und Landkreis haben derzeit keine Kenntnisse über geplante Gegenaktionen.

Republikaner-Demo in Grone: Wilke am Mikro, Köckert am Steuer. Quelle: hein

Köckert und Wilke – Unterstützung seit Jahren

Köckert unterstützt Wilke, inzwischen Europawahlkandidat für die rechten Republikaner, schon seit Zeiten des von Wilke ins Leben gerufenen „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“. Er gilt in der Szene als gut vernetzt. Köckert, Wilke und Alexander Kurth, ebenfalls Thügida, mobilisierten im September über die sozialen Medien sowohl für rechtsextreme Aufmärsche in Chemnitz als auch nach Köthen. Köckert und Wilke nutzten in Köthen die Gelegenheit für eine Rede. Dort schwadronierte Köckert vor den versammelten Neonazis vom „Rassenkrieg gegen das deutsche Volk“.

Von Michael Brakemeier

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