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Göttingen Rechtsradikal motivierte Straftaten nehmen zu
Die Region Göttingen Rechtsradikal motivierte Straftaten nehmen zu
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15:27 06.03.2012
Von Britta Bielefeld
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Göttingen

„Im Bereich der politisch linksmotivierten Kriminalität ist lediglich eine leichte Steigerung zu verzeichnen“, sagte Polizeipräsident Robert Kruse am Dienstag. Im vergangenen Jahr hat die Polizei demnach 567 politisch motivierte Straftaten verzeichnet, im Jahr davor waren es noch 479.  Das entspricht einer Steigerung um gut 18,4 Prozent. 320 dieser Straftaten wurden mit einem rechtsradikalen Hintergrund in Verbindung gebracht. Im Jahr 2010 waren das noch 236, das ist eine  Steigerung um rund ein Drittel. Dem linken Lager zuzuordnen waren 2011 laut Polizei 214 Straftaten. Im Jahr zuvor waren es sechs (2,9 Prozent) weniger.  

Allerdings: „Die Stadt Göttingen ist auch im Landesvergleich deutlich bevorzugter Aktionsraum linksmotivierter Straftäter“, erklärte Kruse. Laut der Statistik steht die Polizeiinspektion Göttingen (Landkreise Northeim, Göttingen, Osterode und Stadt Göttingen ) mit 112 Fällen nur knapp hinter Hannover mit 128 Fällen. Alle anderen Städten liegen deutlich darunter. Göttingen sei im Bereich der linksmotivierten Straftaten „der markanteste Brennpunkt“. Und weiter: „Nirgendwo sonst in Niedersachsen ist eine derartige, traditionell verfestigte Straftatenhäufung festzustellen.“ Oft handele es sich dabei um Taten im Zusammenhang mit Demonstrationen. Zu den linken Straftaten des vergangenen Jahres zählt die Polizei auch den Brandanschlag auf den Eingang des Amtsgerichtes im Dezember rund zahlreiche Übergriffe auf Verbindungshäuser.  

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Die Kriminalität von rechts hat mit 320 Fällen den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Der Großteil der rechtsmotivierten Taten fällt laut Polizei auf so genannte „Propagandadelikte“. Mit 183 Fällen stellen sie mehr als die Hälfte aller Taten. Bei diesen Delikten handelt es sich zumeist um Farbschmierereien von Hakenkreuzen und anderen verbotenen Symbolen oder auch um Volksverhetzungen. Unter anderem war im November ein Pärchen festgenommen worden, das für zahlreiche Farbschmierereien verantwortlich gemacht werden konnte. Die Zahl der Gewaltdelikte von links sind laut Kruse im Bereich Göttingen rückläufig (36 statt 44 im Jahr 2010). Die Zahl der rechten Gewaltdelikte erhöhte sich von acht auf 17 Fälle – so viele wie seit 2007 nicht mehr.