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Göttingen Rege Würmer und ein Irrtum
Die Region Göttingen Rege Würmer und ein Irrtum
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17:50 03.12.2012
Experiment mit Regewürmern: Dozent Martin Potthoff zeigt Kindern, wie sich Regenwürmer unterscheiden.
Experiment mit Regewürmern: Dozent Martin Potthoff zeigt Kindern, wie sich Regenwürmer unterscheiden. Quelle: Vetter
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Göttingen

Das wird von den 328 angemeldeten Jungstudenten gerne und ausgiebig praktiziert, als Brammer den Dozenten Martin Potthoff vom Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung, Abteilung Landwirtschaft und Umwelt, ankündigt.

Potthoff beginnt mit einer Frage an sein junges Publikum: „Was meint ihr, sind alle Regenwürmer gleich?“ Ein eindeutiges „Nein“ bekommt er aus dem Hörsaal zu hören. Es gebe farbige und blasse Würmer sowie Würmer, die zwei Farben hätten, eine Seite dunkel die andere hell, so Potthoff. Die Farbe der Würmer diene, wie beim Menschen, dem Schutz vor Sonne und Mond.

Wo diese Würmer wohl zu finden seien, fragt Pothoff. „In der Erde“, rufen die Kinder. Rote oder anders gefärbte Regenwürmer leben oberirdisch, also im Laub und in der Streu des Bodens. Die Zweifarbigen Regenwürmer werden laut Potthoff Tiefgräber genannt und leben in der Oberschicht des Bodens. Nur der Teil, der zur Futtersuche aus dem Boden schaut, ist bei ihnen gefärbt. Die blassen Regenwürmer brauchen keinen Sonnenschutz, da sie nur in der Erde leben.

39 Arten Regenwürmer auf der Welt

Insgesamt gebe es 39 Arten Regenwürmer auf der Welt. Sie könnten bis zu zwölf Jahre alt werden. Potthoff hat sogar einige mitgebracht. Nun lässt er die Kinder erraten, wo vorne und wo hinten ist – keine einfach Aufgabe. Potthoff verrät einen Trick: Bei ausgewachsenen Würmer kann man einen Gürtel erkennen, der kurz hinter dem Kopf sitzt. Das kürzere Ende vom Gürtel aus gesehen ist also immer der Kopf.

Regenwürmern sorgen überall auf der Welt dafür, dass der Boden Wasser aufnehmen kann und mit Nährstoffen versorgt wird. Außerdem verkleben sie mit ihren Ausscheidungen den Boden, sodass dieser nicht durch Wind verweht werden kann. Im ewigen Eis und mitten in der Wüste seien sie allerdings nicht anzutreffen.

Nun fragt Potthoff die mit großer Spannung erwartetet Frage. „Was meint ihr, leben beide Enden weiter, wenn man einen Regenwurm zerteilt?“ Die Mehrheit seiner Zuhörer ist dafür. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellt. „Wenn überhaupt eine Ende weiterlebt, dann das mit dem Kopf. Und das auch nur, wenn der Gürtel auch noch vorhanden bleibt“, klärt Potthoff auf. „Ich habe aber beobachtet, dass beide Enden weggekrochen sind“, wendet Leon ein. „Dann hast du nicht lange genug gewartet. Es dauert eine Weile, bis sich die Teile nicht mehr bewegen“, entgegnet Potthoff.

Regenwurm als „reger Wurm“ bezeichnet

Der Name der Würmer stamme übrigens nicht daher, dass dass der Regenwurm nur bei Regen an der Erdoberfläche zu sehen sei, erläutert Potthoff zum Ende der Vorlesung. Er habe seinen Ursprung vielmehr im 17. Jahrhundert, als der Regenwurm noch als „reger Wurm“ bezeichnet wurde. Mit diesem Namen wurde auf die rege Tätigkeit der Würmer unter der Erde hingewiesen.

Mit riesigem Getöse durch Trommeln auf die Tische werden Potthoff und Brammer von den Kindern verabschiedet.

„Ich fand super, dass wir erfahren haben, dass, wenn überhaupt, nur ein Teil des Wurmes weiterleben kann“, sagt die neunjährige Nele. Sie ist mit ihrer Freundin Emma zum zweiten Mal bei einer Veranstaltung der Kinderuni.

Emma ist von den Präsentationen fasziniert. „Da kann man sich die Sachen gut vorstellen, wenn man so viele Bilder zu sehen bekommt“, sagt die Neunjährige. Wiederkommen wollen sie nächstes Mal auf jeden Fall. „Wenn da sogar extra jemand aus England kommt.“

Der achtjährige Jannes ist zum ersten Mal bei einer Vorlesung. „Es ist alles ein bisschen anders als in der Schule“, erklärt er. Gut findet er, dass Martin Potthoff Regenwürmer zum Anschauen mitgebracht hatte.

Pia sieht das ähnlich. Sie findet generell die Experimente in den Vorlesungen der Kinderuni gut. Sie besucht die Veranstaltungen schon, seitdem sie acht Jahre alt ist. „Es gibt immer was zu sehen und oft auch zum Anfassen. Heute können wir sogar Regenwürmer mit nach Hause nehmen, wenn wir wollen.“

Von Sebastian Wels

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