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Göttingen Rehwild: Jägerschaft rät zur Vorsicht auf den Straßen
Die Region Göttingen Rehwild: Jägerschaft rät zur Vorsicht auf den Straßen
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19:58 24.07.2013
Von Katharina Klocke
Ausnahmezustand: Während der Paarungszeit ist liebestolles Rehwild nicht zu halten.
Ausnahmezustand: Während der Paarungszeit ist liebestolles Rehwild nicht zu halten. Quelle: Landesjägerschaft / Brillen
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Göttingen

Normalerweise hielten sich die Wildtiere von Verkehrswegen fern. Während der Paarungszeit aber folgten sie hauptsächlich den Hormonen, „sie sind buchstäblich blind vor Liebe“.

Auch der Göttinger Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille rät zu besonderer Achtsamkeit vor allem zwischen dem 22. Juli und 5. August. Besonders Motorradfahrern könne ein blindlings die Fahrbahn überquerendes Reh gefährlich werden, „meistens folgt ein zweites und, wenn ein Nebenbuhler im Spiel ist, oft sogar noch ein weiteres Tier“.

Verschärfend komme Erntezeit hinzu

In der Region Göttingen sei Rehwild flächendeckend verbreitet. Hielten sich die Tiere normalerweise überwiegend in Waldgebieten auf, seien sie zurzeit auch auf den Feldern unterwegs, „deshalb findet der Wildwechsel auch in Bereichen der Feldmark statt“. Das dauere etwa 14 Tage, sagt Wille. Anschließend folge eine eher ruhige Zeit, „während der sich das Rehwild erholt“.

Verschärfend komme die anstehende Erntezeit hinzu. „Innerhalb weniger Tage verändert die Landschaft ihr Gesicht.“ Getreidefelder, die vor kurzem noch Schutz und Unterschlupf boten, verwandelten sich in Stoppelfelder. Der „Ernteschock“ raube dem Wild nicht nur die Deckung, sondern beunruhige es zusätzlich durch die bis in die Nacht andauernden Erntearbeiten.

Sollte es zum Zusammenstoß  mit einem Wildtier kommen, rät die Landesjägerschaft: „Die Unfallstelle sichern und die Polizei benachrichtigen“, auch, wenn das Tier geflüchtet sei – aus Tierschutzgründen. Die von den Polizisten benachrichtigten Jäger könnten verletzten Vierbeinern folgen und sie „von ihrem Leid erlösen“.