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Göttingen Ibas neues Werk zur Deutschen Märchenstraße
Die Region Göttingen Ibas neues Werk zur Deutschen Märchenstraße
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16:51 24.08.2018
Vorstellung des Reise- und Lesebuchs zur Deutschen Märchenstraße (v.l.): Erika Knauf, Benjamin Schäfer, Autor Eberhard Michael Iba, Carsten Holzendorff und Rolf-Georg Köhler. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

„Seit Jahrzehnten forsche ich in Bibliotheken nach den Quellen von Sagen und Märchen“, berichtete Iba beim Pressetermin im Restaurant Planea. Auch seinen Aufenthalt in Göttingen habe er bereits für Nachforschungen genutzt, erklärte der gebürtige Nordhesse, der heute in Saarbrücken lebt. Gerade komme er aus dem Kulturwissenschaftlichen Zentrum der Universität. Recherchiert habe er früher zudem in der Bibliothek des Göttinger Forschungsprojekts „Enzyklopädie des Märchens“, das seinen Sitz am Friedländer Weg gehabt habe.

Burg Plesse, Schloss Berlepsch, Wilhelm-Busch-Mühle und Dr. Eisenbart dabei

Die erste Auflage des Buches, so Iba, sei 2011 erschienen. Die 6000 Exemplare seien mittlerweile vergriffen. Das Werk habe er komplett überarbeitet und um 200 Seiten erweitert. 600 Fotos seien vom Verein Deutsche Märchenstraße zur Verfügung gestellt worden; 13 Städte würden zusätzlich behandelt. Alle würden in vier Abschnitten – Märchen- und Sagenhaftes, Geschichtliches, Touristisches und Sehenswertes – vorgestellt. Informationen gebe es unter anderem zu Bovenden (Burg Plesse), Ebergötzen (Wilhelm-Busch-Mühle) oder Hann. Münden (Dr. Eisenbart). Schloss Berlepsch schmücke den Buchdeckel. Auch Göttingen werde auf zehn Seiten porträtiert.

Göttingen, wo die Brüder Grimm bis zu ihrer Ausweisung durch den welfischen König 1837 jahrelang wissenschaftlich arbeiteten, gehörte 1975 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Märchenstraße, berichtete Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) bei der Buchpräsentation. Als sich die lockere Arbeitsgemeinschaft 2007 als Verein konstituiert habe, sei die damals finanziell angeschlagene Stadt ausgeschieden. Als Oberbürgermeister habe er dafür gesorgt, dass Göttingen bei der Märchenstraße seit 2016 wieder mit dabei sei. „Wir profitieren von der Tourismus-Werbung, die die Märchenstraße macht“, betonte Köhler. Selbst in Magazinen chinesischer Fluggesellschaften fände die Märchenstraße, die von Hanau nach Bremen führe, Erwähnung.

Förderung der deutschen Erzählkultur

„Neben dem Tourismus wollen wir auch die deutsche Erzählkultur fördern“, betonte der Märchenstraßen-Geschäftsführer Benjamin Schäfer. So war bei der Buchvorstellung Erika Knauf zugegen. Sie trat als Dorothea Viehmann auf. Die Kasselerin war eine wichtige Quelle für die Märchensammlung der Brüder Grimm. Väterlicherseits stammte sie von den Hugenotten, Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, ab. Ihre Märchen seien aber nicht alle französischen Ursprungs, betonte Schäfer. Die meisten habe sie in der elterlichen Gastwirtschaft von Fuhrleuten, wandernden Handwerkern und Soldaten gehört. In Göttingen erzählte Viehmann das Märchen vom gewitzten Hirtenjungen, der mit seiner Schlagfertigkeit das Wohlwollen des Königs gewann.

„Das Buch ist diesmal nur in einer halb so großen Auflage erschienen“, so Carsten Holzendorff, Geschäftsführer des CW-Niemeyer-Verlags aus Hameln. Heute sei es kostengünstiger, Bücher nachzudrucken, als sie auf Vorrat zu produzieren. Er hoffe, über Märchen, Sagen und Legenden junge Menschen wieder für das Lesen zu begeistern. Jeder fünfte Zehnjährige in Deutschland, oft Kinder aus sozial benachteiligten Familien, könne nicht richtig lesen. Damit stehe ihr weiterer Schulerfolg auf der Kippe, warnte Holzendorff.

Neuauflage jetzt im Handel erhältlich

Das Buch ist über den Buchhandel und in der Göttinger Tourist-Information im Alten Rathaus erhältlich.

Eberhard Michael Iba: „Deutsche Märchenstraße. Ein Reise- und Lesebuch mit Märchen, Sagen und Legenden.“ CW Niemeyer, 2018, 536 Seiten, 18 Euro.

Von Michael Caspar

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