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Göttingen 16 Prozent Zuwachs in Dransfeld
Die Region Göttingen 16 Prozent Zuwachs in Dransfeld
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20:22 16.01.2019
Gut frequentiert wird der Wohnmobil-Parkplatz in Göttingen an der Eiswiese. Quelle: CR
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Göttingen

 Unabhängiges Reisen ist im Trend. Die Zahl der Menschen, die ihren Urlaub mit Wohnmobilen auf Campingplätzen verbringen, hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Auch in der Region ist der Trend angekommen.

„Wir haben bei den Online-Buchungen bereits jetzt ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen“, berichtet Bernd Lesser, Betreiber des Campingplatzes „Am Hohen Hagen“ in Dransfeld. Aber auch in den Vorjahren sei der Campingplatz in der Hauptsaison immer ausgebucht gewesen. „Die einzige Zeit, in der bei uns noch Kapazitäten zur Verfügung standen, war um Ostern herum“, berichtet Lesser. 150 Stellplätze stehen Campingurlaubern während der Hauptsaison zur Verfügung. „Über Weihnachten und Neujahr stehen 50 Plätze zur Verfügung, die auch jedes Jahr ausgebucht sind“, sagt Lesser.

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Mieten ist in Dransfeld auch möglich

Wer keinen eigenen Wohnwagen oder ein eigenes Wohnmobil hat, der kann auch in einem der sechs Mietwohnwagen auf dem Platz Urlaub machen. Und auch diese sind laut Lesser seit Jahren während der Hauptsaison immer ausgebucht. Als Gründe für den Boom nennt Lesser das gute Preis-Leistungs-Verhältnis in Deutschland, die Sicherheit auf den Plätzen, und dass die Gäste mittlerweile Dienstleistungen wieder mehr schätzen würden.

„Bei uns kommt dann auch noch der allgemein hohe Standard, der Service, den wir bieten, wie beispielsweise die Schwimmbadnutzung und die Sauberkeit, hinzu“, sagt Lesser, der den Platz zusammen mit seiner Frau betreibt. Trotz der Zunahme der Anfragen – Lesser rechnet damit, dass sie auch in den kommenden fünf Jahren weiter steigen werden – sei in Dransfeld die Ausweitung des Platzes nur schwer möglich, da dieser an Naturschutzgebiete grenze.

Wohnmobilhafen an der Eiswiese: Zahlen steigen kontinuierlich

Auf dem von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) betriebenen Wohnmobilhafen am Badeparadies Eiswiese wurden 2018 8983 Wohnmobile verzeichnet, 2017 waren es 8592. Die Aufenthaltsdauer im Wohnmobilhafen ist auf drei Tage begrenzt, doch wie lange ein Wohnmobil durchschnittlich dort bleibe, wird nach Angaben von Michael Kassing von der GoeSF nicht erfasst. „Seit 2006 sind die Zahlen dauerhaft angestiegen“, sagt Kassing. Seit drei Jahren habe der Wohnmobilhafen eine hohe Auslastung. „Dies liegt zum einen daran, dass wir bekannter geworden sind, und dass zum anderen viele, die einmal bei uns waren, wiederkommen“, meint Kassing. Zudem sei auch das Freizeitangebot mit Nutzung des Badeparadieses und im Sommer der Freibäder ein Vorteil.

Aus Sicht von Siegfried Schulz vom Campingverein Reiffenhausen ist ein weiterer Grund für die Zunahme von Campingurlauben auch, dass diese durch die Selbstverpflegung oftmals günstiger seien als andere Urlaube. „Außerdem sind auch die Campinggebühren, zumindest bei uns, recht günstig“, sagt Schulz. Auf dem Platz in Reiffenhausen stehen für Urlauber 30 Plätze zur Verfügung.

Beratungsgespräch ist extrem wichtig

Susanne Becker von Reisemobile Kusz beobachtet seit längerer Zeit die verstärkte Nachfrage nach Wohnmobilen. Sowohl den Verkauf als auch die Vermietung bietet die Firma an. „Ob gekauft oder gemietet wird, hängt meistens davon ab, wie lange verreist werden soll. Solche Themen sind bei uns aber auch Inhalt des Beratungsgesprächs“, erläutert Becker, die sowohl in Beratung als auch Verkauf tätig ist. „Nur in die Werkstatt gehe ich nicht“, sagt sie und lacht dabei.

Gemeinsam mit ihrem Mann reist auch sie per Wohnmobil. „Seit 1990 machen wir das“, erklärt sie. Viel hat sich ihrer Meinung nach inzwischen getan. So seien die Stellplätze deutlich besser geworden in Deutschland. „Aber auch das Ausland zieht inzwischen schon nach“, berichtet sie.

Gespür für die Reiseform bekommen

Als „Wohnmobil-Neuling“ sollte man auf alle Fälle erst einmal ein Fahrzeug mieten, um ein Gespür dafür zu bekommen. „Nicht nur über ein Wochenende, sondern möglichst schon eine Woche. Und es macht natürlich auch überhaupt keinen Sinn, ein Wohnmobil zu kaufen, wenn man nur drei Wochen im Jahr damit in Urlaub fahren will“, sagt sie.

Das Jahr ist zwar noch jung, aber dennoch gibt es bereits etliche Buchungen. „Die ersten Verträge für 2019 haben wir schon im November des vergangenen Jahres gemacht. Diese Kunden kennen sich meistens gut aus.“ Je näher die Haupturlaubszeit heranrückt, desto kleiner wird verständlicherweise das Angebot. „Wenn man schon den genauen Termin des Urlaubs kennt, dann kann ich nur jedem raten, sich frühzeitig zu bemühen, um noch eine entsprechende Auswahl zu haben“, erklärt Becker. Fünf Fahrzeuge in unterschiedlichen Größen für unterschiedliche Bedürfnisse und ein Kastenwagen stehen zur Auswahl.

Von Vera Wölk und Vicki Schwarze