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Göttingen Reitparadies Deiderode bietet jungen Flüchtlingen Erfahrungen mit Pferden
Die Region Göttingen Reitparadies Deiderode bietet jungen Flüchtlingen Erfahrungen mit Pferden
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18:35 21.07.2015
Von Matthias Heinzel
Erste Eindrücke aus ihrer Notheimat: Zwölf Flüchtlingskinder haben am Dienstagnachmittag das Reiten ausprobieren können.
Erste Eindrücke aus ihrer Notheimat: Zwölf Flüchtlingskinder haben am Dienstagnachmittag das Reiten ausprobieren können. Quelle: Pförtner
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Deiderode

Organisiert hat das Flüchtlings-Reiten unter anderem die 19-jährige Seinab Ameary aus Göttingen, die dafür kürzlich mit dem Johanniter-Jugendpreis ausgezeichnet wurde.

Am Dienstag wurden bereits zum fünften Mal Flüchtlingskinder auf den Reiterhof gebracht. Darunter auch ein 10-Jähriger aus dem Irak: Sein Vater, ein Journalist, war mehrfach vom Islamischen Staat bedroht worden, bevor sich die Familie zur Flucht entschloss. Zehnstündige Fußmärsche waren dabei die Regel.

Zwischen den deutschen Kindern und den jungen Flüchtlingen kann Ameary dolmetschen – und damit auch die deutschen Kinder mit Erfahrungen konfrontieren, die deren Erfahrungswelten völlig fremd sind. „Da werden ganz grundsätzliche Fragen zum Beispiel zum Thema Krieg aufgeworfen“, sagt Judith Mücke. „Die Jüngeren sind bei solchen Gesprächen viel offener“, ist der Reiterhof-Betreiberin aufgefallen.

Unterdessen gehen die Gäste ganz unbefangen mit den Pferden um. Ein Achtjähriger singt leise ein islamisches Lied, ein Nasheed, während er ein Pony bürstet. Bei den Zusammentreffen gebe es allerdings manchmal auch Schwierigkeiten, bemerkt Betreibern Mücke. So seien beim vorigen Mal viele Jungen zu Gast gewesen, die schnell versucht hätten, das Treffen zu dominieren: „Die mussten lernen, dass erst mal die Mädchen auf das Pferd dürfen.“

Zwölf Flüchtlingskinder aus dem Irak und aus Syrien haben am Dienstagnachmittag das Reiten ausprobieren können. Der Aufenthalt auf dem Reiterhof in Deiderode gehört zu den ersten Eindrücken, die sie in ihrer Notheimat Deutschland gewinnen konnten: Die meisten trafen erst vor einigen Tagen im Lager Friedland ein. © Pförtner