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Göttingen Weihnachtsspenden-Rekord bei der Göttinger Tafel
Die Region Göttingen Weihnachtsspenden-Rekord bei der Göttinger Tafel
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20:47 18.12.2018
Pakete für die Tafel: Kinder des Felix-Klein-Gymnasiums haben Präsente für die Tafel-Kunden geschnürt. Quelle: _
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Göttingen

Zum 20. Mal haben sich in den vergangenen Wochen Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums zusammengetan, um Weihnachtspakete für die Göttinger Tafel zu packen. Eine Aktion, bei der der Nachwuchs auch mit dem Thema Armut in Berührung kam.

„Ein Erwachsener, von der Klasse 6B“ schallt es aus dem Keller des Felix-Klein-Gymnasiums. Auf der Treppe dorthin: Sechstklässler in einer Kette, die ein Weihnachtsgeschenk nach dem anderen nach draußen reichen. Dazwischen eine Schülerin mit Klemmbrett, die protokolliert, welche Klasse wie viele Pakete gepackt hat. Und auf dem Schulhof der Transporter der Göttinger Tafel – schon halb voll mit fertigen Geschenken. Die hatten die Schüler in den vergangenen Tagen mit ihren Familien vorbereitet: „Ich habe da Nüsse, Schokolade, eine Handcreme und eine Kerze reingepackt“, erzählt Anna-Sophie aus der 6 Bil, der bilingualen 6. Klasse. Dazu eine Grußkarte, das ganze eingewickelt in Geschenkpapier. „Manche kriegen zu Weihnachten keine Geschenke, wir machen das, damit die auch was haben“, erklärt Mitschülerin Jil das Ziel der Aktion.

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Weihnachtliche Leckereien und Nützliches für Bedürftige

Diese hat das Felix-Klein-Gymnasium in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt: Vor Jahren sei bei einem Projekt herausgekommen, dass Bedürftige bei der Göttinger Tafel zwar frische Lebensmittel zu Weihnachten bekommen. Die haltbaren Weihnachtsschleckereien gebe es aber meist erst nach den Feiertagen, erklärt Klassenlehrerin Karen Juhle. Vor 20 Jahren sei das der Anlass gewesen, zusätzliche Weihnachtsspenden zu sammeln – eine Tradition, die sich dank Vertretern der Schülerschaft, engagierter Eltern und einem wohlwollenden Kollegium bis heute halte.

Das jährliche Packen der Geschenke gehört seitdem genauso dazu wie das Thematisieren von Armut im Unterricht „Man kommt sich schon komisch vor, wenn man in Markenklamotten die Päckchen für Bedürftige packt“, gesteht Anna-Sophie. „Ich glaube jedenfalls, dass auch arme Leute sich über Geschenke freuen“, ist Jil überzeugt. Völlig fremd war den Schülern das Thema aber schon zuvor nicht: Manche der Klassenkameraden hätten ebenfalls nicht viel Geld – für mehrere Schüler ein Grund, nach Weihnachten nicht mit „den ganz tollen Geschenken rumposen“ zu wollen.

Eifrige Spender bekommen einen Wandertag geschenkt

Am Dienstag, nach dem Verladen der Geschenke, summierten die Kinder stolz: Fast 300 Pakete hatten allein die höheren Jahrgänge des FKG gepackt. „Und manche davon waren ganz schön schwer“, befand Tom aus der sechsten Klasse. Und während der Transporter vom Hof rollte, wanderten die Blicke der Kinder in Richtung des Klemmbretts: Mit dessen Hilfe wird ausgewertet, welche Klasse die meisten Geschenke gepackt hat – den großzügigen Spendern winkt traditionell ein zusätzlicher Wandertag.

Ein Rekordjahr

So viele Weihnachtspräsente wie in diesem Jahr sind der Göttinger Tafel noch nie gespendet worden. Martina May zufolge sind knapp 800 Pakete zusammengekommen. „Das ist ein Rekord“, so die Sprecherin der Tafel. Der Großteil davon sei vom Felix-Klein-Gymnasium, dem Max-Planck-Gymnasium und der Eibenwaldschule Eddigehausen gekommen. „Super“ sei außerdem die Leistung des ehrenamtlichen Nachwuchses: Das Team der „jungen Tafel“ habe am Campus ebenfalls 200 Pakete von Studenten eingesammelt, berichtet May. Außerdem hätten in diesem Jahr zahlreiche Kindergärten Süßigkeiten gespendet. „Ganz, ganz rührend“ nennt May deshalb das Ergebnis des diesjährigen Spendenaufrufs.

Von Christoph Höland

18.12.2018
18.12.2018