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Göttingen CDU schlägt Reparaturstationen für schnellen Fahrradservice vor
Die Region Göttingen CDU schlägt Reparaturstationen für schnellen Fahrradservice vor
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19:24 25.07.2019
Die CDU will Fahrradläden keine Konkurrenz machen: professionelle Werkstatt Quelle: Krajinović)
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Göttingen

Stationen für kleine Fahrradreparaturen möchte die CDU an zentralen Punkten in Göttingen einrichten lassen. Einen entsprechenden Antrag bringt die Fraktion im Umweltausschuss ein.

Um das Fahrrad nicht jedes Mal für das Nachziehen einer Schraube, das Verstellen des Sattels oder das Aufpumpen der Reifen nach Hause oder zum nächsten Fahrradshop schieben zu müssen, sollen an zentralen Punkten sowie an stark befahrenen Radwegen in Göttingen Reparaturstationen entstehen. So heißt es in einem Antrag, den die CDU am Montag, 29. August, im Umweltausschuss einbringen will.

Keine Konkurrenz zu Fahrradshops

„Es geht nicht darum, eine Konkurrenz zu den vielen kleinen Fahrradshops aufzubauen“, betont der CDU-Fraktionsvorsitzende, Olaf Feuerstein. An den Stationen sollen nur einfache Arbeiten durchgeführt werden können. Die Christdemokraten betrachten das als Ergänzung zu den bestehenden, kommerziell betriebenen Ersatzteilstationen, wie es sie in Göttingen etwa am Campus der Universität oder am Kreuzbergring Ecke Humboldtallee gibt.

Die CDU-Fraktion nennt in ihrem Antrag einen Hersteller solcher Stationen, die polnische Firma Ibombo. Deren Stationen verfügen über einen Satz an Werkzeugen, die sicher an vier Millimeter dicken Edelstahl-Drahtseilen hängen, sowie an eine ebenfalls diebstahlsicher befestigte Luftpumpe. Radfahrer können sich über einen QR-Code Reparaturanleitungen auf ihr Smartphone holen. Ibombo bietet die Stationen Kommunen, aber auch Universitäten, Restaurants, Firmen und sogar Fahrradgeschäften an.

„Die Stadtverwaltung steht allen Vorschlägen zur Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr grundsätzlich offen gegenüber“, sagt der städtische Pressesprecher Dominik Kimyon. Einen ähnlichen Antrag habe 2011 die FDP eingebracht. Der Rat der Stadt habe die Verwaltung seinerzeit beauftragt, ihn zu prüfen. Umgesetzt worden sei er am Ende nicht.

FDP will keine neue Fachabteilung in der Stadtverwaltung

„Die mehr als 30.000 Studierenden der Stadt nutzen fast alle Fahrräder, für sie sollten die nötigen Investitionen getätigt werden“, meint die FDP-Ratsfrau Mareike Röckendorf. Das solle in Kooperation mit den Fahrradgeschäften der Stadt geschehen. Eventuell seien Reparaturstationen auch eine Geschäftsidee für ein Start-up-Unternehmen. „Eine neue Fachabteilung Fahrradreparaturen in der Stadtverwaltung“ halte die FDP jedenfalls nicht für sinnvoll.

Eine Absprache mit dem Göttinger Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs mahnt SPD-Ratsherr Volker Grothey an. Der ADFC betreibe in Göttingen eine offene Fahrradwerkstatt. Auch seien die Kosten für die Stationen mit deren Nutzen abzugleichen. Kleine Reparaturen ließen sich tagsüber problemlos in den vielen Fahrradläden beheben.

Fast jeder Radfahrer hat selbst eine Luftpumpe

„Wie sollten die Radfahrer selbst befragen, wo sie Bedarf sehen“, meint der grüne Ratsherr Harald Wiedemann. Er selber bezweifle den Sinn des CDU-Antrags. Radfahrer hätten in der Regel eine Luftpumpe dabei. Der Fahrradsattel werde einmal auf die richtige Höhe gebracht. Gelockerte Schrauben ließen sich zuhause festziehen. Die Stationen könnten eine sinnvolle Ergänzung sein, meint dagegen die grüne Ratsfrau Sabine Morgenroth. Über Einzelheiten wie Standorte, Sicherheit und Wartung werde der Ausschuss diskutieren.

Do-it-yourself-Werkstatt

Der Göttinger Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs betreibt an der Güterbahnhofstraße 9 eine Vereinswerkstatt. Sie ist donnerstags zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr für alle Bürger geöffnet. Kai Sturm und andere ADFC-Mitglieder teilen dort mit jedermann ihr technisches Wissen. Sie beraten und zeigen, wie sich Fahrräder kostengünstig und fachgerecht instand setzen lassen. Eine Anmeldung gibt es nicht. Wer zuerst kommt, schraubt zuerst.

Das ADFC-Team gibt gebrauchte Teile preiswert ab. Die Schrauber des Clubs haben bereits hoffnungslose Fälle wieder zu brauchbaren Fortbewegungsmitteln gemacht. Für die anfallenden Kosten wie Miete, Strom, Heizung, Wasser, Verbrauchsmaterialien sowie Werkzeugbeschaffung verlangt der ADFC vier Euro pro Stunde von Werkstattnutzern. Derzeit nicht in Betrieb ist die Do-it-yourself-Fahrradwerkstatt, die der Asta in Kooperation mit dem Sportinstitut der Uni angeboten hat. Die Fahrradwerkstatt im Keller des Asta-Gebäudes musste bereits 2017 aus Brandschutzgründen geräumt werden.

Von einer „netten und guten Idee“ spricht der linke Ratsherr Edgar Schu. Befassen müssten sich Rat und Verwaltung mit der konkreten Umsetzung. Schu teilt die Sicht der CDU, dass Göttingen noch fahrradfreudlicher werden sollte. Ihn ärgern zur Zeit vor allem die „Bettelampeln“, Ampeln, wo es nur auf Knopfdruck Grün gibt.

Von Michael Caspar

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