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Göttingen Wie sich Grundschulkinder effektiv verteidigen können
Die Region Göttingen Wie sich Grundschulkinder effektiv verteidigen können
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18:24 24.01.2019
„!Respect“: Milutin Susnica übt mit den Kindern der Astrid-Lindgren-Schule Selbstverteidigung, ohne zurückzuschlagen. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Auch wenn Johanna gerade erst sieben Jahre alt ist, ihre Botschaft ist unmissverständlich: „Stopp, lass mich sofort los“, schreit sie ihr Gegenüber an. Dabei schaut sie ihrem Angreifer entschlossen in die Augen, führt ihren freien Arm zum festgehaltenen Handgelenk und zieht beide Arme mit einem Ruck aus dem Klammergriff weg. „Sehr gut“, lobt Milutin Susnica.

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Mit dem Verein „!Respect“ haben die Kinder der Göttinger Astrid-Lindgren-Grundschule gelernt, wie sie sich gegen schubsen und beleidigen wehren können, ohne selbst aggressiv zu sein.

Schon seit Wochenbeginn übt der Karate-Trainer und Verteidigungs-Coach mit den knapp 190 Kindern der Astrid-Lindgren-Schule in der Turnhalle in Rollenspielen und Partnerübungen, wie sie sich angstfrei und effektiv wehren können, wenn sie von anderen geschubst, gehauen oder beleidigt werden. Und das, ohne die Situation noch zu verschärfen und dem Gegner ebenfalls wehzutun, betont Susnica.

Einfache Tricks

Dafür gebe es einfache Tricks, die die Kinder im Kurs lernen und üben – unsere „Stopp-Regeln“, erklärt der Coach das „!SocialSkills-Programm“. Und das heißt vor allem: Deutlich und klar sagen, was der Angegriffene nicht will, was ihm nicht passt – und, dass es wehtut. Neben der klaren Ansage spiele die Körperhaltung ebenfalls eine wichtige Rolle, erklärt Susnica: fester Stand im „Skateboard-Schritt“, selbstbewusster Körperhaltung („den Reißverschluss virtuell bis zum Kinn hochziehen“) und Augenkontakt.

Und es funktioniert. „Ich habe keine Angst mehr“, sagt Alicia (7) und erzählt, wie sie sich in der Pause auf dem Schulhof schon „gewehrt“ hat, als sie jemand geschubst hat. Die Übungen dazu machen ihr ebenso viel Spaß wie die Bewegungsübungen zwischendurch. Die Aufmerksamkeitsübung, bei der Kinder herumlaufen und auf Anweisungen des Trainers sofort etwas konkretes tun müssen, findet Alicia „am tollsten“.

Es ist die zweite Übungseinheit, die Susnica in der Astrid-Lindgren-Schule gibt. „Eine Auffrischung, die wir jetzt jedes Jahr fortsetzen werden“, sagt Schulleiterin Jessica Ohnesorg. Schon die erste Einheit vor etwa einem Jahr „hat so viel bewirkt, wir waren selbst ganz überrascht“.

„So viel besser geworden“

Zuvor habe es zunehmend Streitereien, Konflikte und aggressive Verhaltensweisen unter den Kindern gegeben. „Seitdem ist es so viel besser geworden“, bilanziert Ohnesorg. Das wiederum führe zu einem deutlich besseren Lernklima. „Die Kinder kennen die Regeln und achten sehr genau darauf, dass sie eingehalten werden“, fügt sie an. Und die Lehrer nicht weniger, auch sie werden im „!SocialSkills-Programm“ einbezogen.

Finanziert wird das Projekt zu Zweidritteln von der „Stiftung Sparda-Bank Hannover“. „Darüber hinaus werden wir vom Ortsrat Grone und von unserem Förderverein unterstützt“, so die Schulleiterin.

Der Verein !Respect ist mit einem multi-professionellen Trainerteam an Schulen in ganz Deutschland aktiv. Sein Programm „!SocialSkills“ nach eigenen Angaben an Grundschulen einen wertschätzenderen Umgang miteinander fördern. Im Mittelpunkt der Übungen stehen handlungsorientierte, bewegungsreiche Spielen. Über ihre Fördermöglichkeiten für „!Respect“-Coaching informiert die Sparda-Bank auf ihrer Internetseite.

Von Ulrich Schubert

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