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Göttingen Tod in Karspüle: Jetzt muss der BGH entscheiden
Die Region Göttingen Tod in Karspüle: Jetzt muss der BGH entscheiden
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17:49 06.08.2019
Der Angeklagte geht gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen in Revision. Quelle: dpa
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Göttingen

Der gewaltsame Tod eines 28-Jährigen in der Göttinger Innenstadt wird nun auch noch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Nach Angaben eines Justizsprechers hat der Angeklagte Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen eingelegt. Die Kammer hatte den 20-Jährigen Mitte Juli wegen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt. Sie befand ihn für schuldig, Anfang Dezember in der Unteren Karspüle in Göttingen nachts mehrfach auf den 28-Jährigen eingestochen und diesen tödlich verletzt zu haben. Der 20-Jährige, der keinen Schul- und Berufsabschluss hat und mehrfach wegen Drogen- und Gewaltdelikten vorbestraft ist, hatte den 28-jährigen Göttinger erst kurz vorher kennengelernt.

Auf Rechtsfehler prüfen

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Jugendstrafe von acht Jahren wegen Mordes gefordert hatte. Die Verteidigung hatte die Tat dagegen als fahrlässige Tötung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gewertet und auf nicht mehr als fünf Jahre Jugendstrafe plädiert. Die Revision der Verteidigung hat zur Folge, dass nun der Bundesgerichtshof prüfen muss, ob das Gericht womöglich irgendwelche Rechtsfehler begangen hat.

Verdacht auf Strafvereitelung

Das Verfahren könnte auch noch ein weiteres juristisches Nachspiel bekommen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie gegen einen Zeugen aus dem Umfeld des 20-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung einleitet. Es bestehe der Verdacht, dass der betreffende Zeuge dem Angeklagten dabei geholfen habe, das mutmaßliche Tatmesser sowie das Handy des Opfers verschwinden zu lassen, sagte ein Sprecher. Beide Gegenstände sollen in einem Baggersee bei Rosdorf gelandet sein.

Links zum Tod in der Karspüle

Anfang Dezember 2018 ist ein 28-jähriger Mann an der Unteren Karspüle in Göttingen erstochen worden. Inzwischen läuft der Prozess gegen den Angeklagten. Hier können sie die bisherige Berichterstattung im Göttinger Tageblatt nachlesen.

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