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Göttingen Richter: „Sie haben Kriminalität zum Alltag gemacht“
Die Region Göttingen Richter: „Sie haben Kriminalität zum Alltag gemacht“
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19:24 25.08.2011
Von Jürgen Gückel
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Göttingen

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts sprach ihn in 238 Fällen des Computerbetrugs, in 103 Fällen der Unterschlagung, in 37 Fällen der Untreue und in zwei Fällen des Betruges für schuldig. Die verhängten Einzelstrafen addieren sich auf 163 Jahre Freiheitsentzug.

Dennoch blieb das Gericht nach einer Prozessabsprache und wegen des Geständnisses des Angeklagten bei dem angekündigten milden Strafmaß. Die Kammer hatte zuvor einen Teil der Anklagepunkte noch eingestellt, so dass nur Taten in einem Umfang von 140 000 Euro verblieben, die 44 Mündeln des Angeklagten auf drei verschiedene Tatarten genommen wurden: durch unberechtigte Kontoabhebung, durch Umbuchen durch Computermanipulation und durch Barabhebungen von den Konten der Betreuten.

Das alles, so Richter Gerhard von Hugo, habe der Angeklagte“ aus blankem Eigennutz“ an sich gebracht. Er habe „Kriminalität zum Alltag gemacht“ und „in besonderer Rücksichtslosigkeit Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen waren, geschädigt“. Dabei habe er auch das Vertrauen in den öffentlichen Dienst und das der Kollegen erschüttert. Der Angeklagte hatte sich in seinen letzten Worten auch bei seinen früheren Kollegen entschuldigt, von denen etliche im Zuhörerraum saßen und teils fassungslos das Geständnis angehört hatten.