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Göttingen Für Menschen mit seelischen Erkrankungen
Die Region Göttingen Für Menschen mit seelischen Erkrankungen
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20:44 20.06.2017
Richtfest für den Awo-Neubau an der Kiesseestraße. Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

„Große Pläne und große Gebäude werfen ihre Schatten voraus“, sagte Michael Bonder, Geschäftsführer der Awo Göttingen, zur Begrüßung. Er freue sich darauf, wenn die Mitarbeiter der Awo-Abteilung Trialog, die Tagesstätten für Menschen mit seelischer Behinderung betreibt, dieses Gebäude mit Leben füllen. Dann war es so weit: Der Richtspruch konnte gesprochen werden. „Unglück sei dem Bau hier fern“ und „Gebt nun dem Bau ein schön‘ Gewand“, sagte Zimmerermeister Karl Dobberahn.

In dem Gebäude mit Außenanlage und 1068 Quadratmetern Nutzfläche werde ein neuer Schwerpunkt geplant, erklärte die Awo-Vorsitzende Dagmar Freudenberg anschließend: „Im Erdgeschoss planen wir eine Tagesstätte mit 20 Plätzen.“ Diese sei nicht wie die anderen Tagesstätten generell für psychisch erkrankte Menschen, sondern speziell für ältere Menschen mit einer solchen Erkrankung gedacht. In der Tagesstätte gehe es unter anderem um aktive Freizeitgestaltung. Sie solle aber auch eine Begegnungsstätte sein.

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Ebenfalls im ersten Geschoss soll eine sogenannte Trainingswohnung eingerichtet werden, wie Awo-Geschäftsführer Bonder erklärte, „für Personen, die im Wohnheim gut klarkommen und hier ausprobieren können, selbstständiger zu leben“. Noch sieht für Architektur-Laien alles ziemlich gleich aus, Wände, Durchgänge und Treppen sind erkennbar, viel mehr nicht. Beim Rundgang erklärte Bonder, wo Gemeinschaftsraum, Küchenbereich und andere Räume hinkommen sollen.

Ergotherapie-Praxis im ersten Obergeschoss

In das erste Obergeschoss wiederum ziehe eine Praxis für Ergotherapie von Bärbel Stülpnagel ein, sagte Freudenberg. Für das zweite Obergeschoss seien therapeutische Wohngemeinschaften geplant, für zwölf Bewohner - verteilt auf zwei Wohngemeinschaften à vier Menschen und zwei Einzelappartements sowie eine weitere WG für zwei Bewohner im Dachgeschoss. „Die ersten Gespräche für die Belegung haben bereits begonnen“, sagte Freudenberg.

„Wir finanzieren das mit einem Kredit über die Sparkasse“, erklärte Katharina Lankeit, Assistenz der Awo-Geschäftsführung und für dieses Projekt zuständig. Das Gesamtfinanzvolumen für Grundstück und Bau betrage 2,5 bis 2,7 Millionen Euro. Zustimmung für dieses Projekt bekommt die Awo auch von Sozialdezernentin Petra Broistedt. Sie nannte den Neubau für einen sozialen Träger „mutig, aber goldrichtig“. Göttingen benötige Angebote für Menschen mit seelischen Erkrankungen, um deren Selbstständigkeit zu fördern.