Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Verein zeigt Kindern die Welt der Roboter
Die Region Göttingen Verein zeigt Kindern die Welt der Roboter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 29.10.2019
Ihrem Lehrer manchmal einen Schritt voraus: Die Kinder der Robotik-AG an der Wilhelm-Henneberg-Schule. Quelle: Tammo Kohlwes
Anzeige
Göttingen

Der kleine Roboter fährt ein Stück geradeaus, sagt „Hallo, Frau Bernhardt“ und geht in eine langgezogene Linkskurve. Nicht nur Schulleiterin Katja Bernhardt ist verblüfft: Eigentlich hat noch niemand den Kindern der Robotik-AG an der Wilhelm-Henneberg-Schule in Weende beigebracht, wie sie für ihre Roboter Kurven programmieren.

Neun Mädchen und ein Junge geben mit großer Begeisterung immer neue Befehle für die fünf EV3-Roboter von Lego in ihre Laptops ein und probieren sie aus. Ihre Schule ist Ort eines Pilotprojekts des neu gegründeten Vereins der Robotikfreunde Göttingen. Sein Ziel: Kinder bereits im Grundschulalter an die Robotik und Programmierung heranführen und vor allem Mädchen für die Technik begeistern.

„Wir wollen Kindern unabhängig von ihrem Geschlecht den Start in dieses Feld ermöglichen. Damit erleichtern wir vor allem den Mädchen den Einstieg in die weiterführenden Schulen“, sagt Inge Pfitzner. Die pensionierte Lehrerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein digitales Netzwerk zwischen den Schulen des Landkreises aufzubauen. Deshalb trieb sie die Gründung des Vereins der Robotikfreunde voran.

„Mädchen sind kreativer“

Die Wilhelm-Henneberg-Schule und die Höltyschule in Göttingen sind die ersten beiden Grundschulen, an denen der Verein Arbeitsgemeinschaften ins Leben gerufen hat. Hier lernten die Kinder, indem sie praktisch arbeiteten und nicht, indem sie die Theorie kennenlernten, betont Pfitzner. Einen großen Anteil daran trägt Anke Höbelmann von der Firma Novelis, welche die Mittel für die Anschaffung der Roboter spendete.

Die Arbeit des Vereins ist darauf ausgelegt, nicht nur Kindern die Welt der Robotik näherzubringen. Vielmehr sollen die Kinder, die jetzt in den Grundschulen an einer AG teilnehmen, in einigen Jahren selbst anderen Kindern beibringen, wie man Roboter programmiert. Denn die Logistik hinter den Projekten des Vereins ist aufwendig.

Robotikwettbewerb im März in Duderstadt

Der achte Göttinger Robotikwettbewerb wird Kindern aus der Region wieder die Gelegenheit bieten, ihr Können im Bereich der Robotik und Programmierung zu beweisen. Am 25. März 2020 findet der Wettbewerb in Duderstadt statt. Hier können Kinder von Grundschulen und weiterführenden Schulen in ihren Altersstufen verschiedene Aufgaben lösen: Es wird einen Wettbewerb für Grundschüler geben, einen für Fünft- und Sechstklässler und einen für alle Klassenstufen. Außerdem können Mädchen in einem Extra-Wettbewerb kreativ werden und auch für die Jüngsten gibt es die Möglichkeit, zu programmieren: Die kleinen „Ozobots“ können farbigen Linien folgen und so gelenkt werden. Anke Höbelmann von der Firma Novelis, die sich mit Spenden für die Arbeit des Vereins der Robotikfreunde engagiert, betont, dass der Wettbewerb dabei nicht im Mittelpunkt steht: „Es geht nicht darum, zu gewinnen. Aber man sieht, dass die Kinder wirklich Spaß daran haben, mit Robotern zu arbeiten. Sie brennen für das, was sie da tun können.“

Nicht überall ist es einfach, Lehrkräfte zu finden, die eine Robotik-AG leiten können und wollen – und die bereit sind, die nötigen Fortbildungen zu absolvieren. Denn: „Wir wollen für Qualität stehen. Dafür hoffen wir auch auf den Digitalpakt, aber vor allem können wir natürlich in den Schulen etwas bewirken“, sagt Pfitzner.

So an der Höltyschule: Es sei nicht leicht gewesen, Lehrkräfte zu finden, sagt Schulleiterin Carina Seidenstücker – und am Ende habe sich natürlich ein männlicher Lehrer gefunden. Dabei zeige sich in den AGs, dass Mädchen keinesfalls nichts mit Technik anfangen könnten: „Mädchen sind kreativer. Sie erlangen das selbe Wissen wie Jungen, sie setzen es nur anders um.“ Momentan richteten sich die AGs in erster Linie an Mädchen, sie sollten aber bald auch verstärkt für Jungen geöffnet werden.

Kinder kaum zu bremsen

An der Wilhelm-Henneberg-Schule läuft die Robotik-AG für die Kinder der dritten und vierten Klasse erst seit wenigen Wochen. Doch die Kinder sind schon jetzt kaum zu bremsen: Zu zweit denken sie sich Bewegungsabfolgen und Aktionen für ihre Roboter aus und freuen sich schon darauf, den kleinen Geräten „Sinne zu geben“ – zusätzliche Sensoren anzubauen, mit denen die Roboter dann Farben und Distanzen erkennen können.

Inge Pfitzner betont, dass die Arbeit ihres Vereins ohne Spenden nicht möglich wäre. Tatsächlich wächst der Bedarf: „Unsere Lokalitäten reichen nicht mehr. Wir suchen nach neuen Orten, an denen wir unsere Wettbewerbe, Kurse und Fortbildungen veranstalten können.“ Außerdem sollten weitere Grundschulen in das digitale Netzwerk der Robotikfreunde aufgenommen werden. Die Kinder der AG an der Wilhelm-Henneberg-Schule zeigen, dass die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft sind.

An der Wilhelm-Henneberg-Schule lernen zehn Mädchen und Jungen die Robotik kennen. Manchmal sind sie ihrem Lehrer sogar einen Schritt voraus. Ein Blick in die „Forscherwerkstatt“ der Grundschule.

Von Tammo Kohlwes

Nach mehrmonatigen Bauarbeiten wird die Pfalz-Grona-Breite am Mittwoch, 30. Oktober, wieder für den Verkehr freigegeben.

29.10.2019

Etwa 300.000 Euro soll ein 21-Jähriger im Herbst 2016 mit gefälschten Goldbarren und Goldmünzen von der Sparkassen Göttingen ergaunert haben. Vor Gericht gab er nun widersprüchliche Antworten.

29.10.2019

Es sei erstaunlich, wie relativ unbehelligt eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der deutschen Neo-Nazi-Szene agieren könne, sagt Kai Budler. Der Journalist war mit seinem Vortrag „Zwischen Gewalt, Rechtsrock und Kommerz. Der Multifunktionär Thorsten Heise“ im Apex zu Gast.

29.10.2019