Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Rodeo über die Autobahn
Die Region Göttingen Rodeo über die Autobahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:11 06.07.2011
Von Matthias Heinzel
Anzeige

Die zwei ausgebüxten Jungbullen waren aus noch ungeklärten Gründen von einer Weide ausgebrochen und auf die Südfahrbahn der A 7 gelaufen. Gegen 23.20 Uhr meldete ein Autofahrer der Polizei, dass die Bullen auf der Autobahn bei Denkershausen frei herumliefen.

Was sich dann abspielte, sei zum Teil filmreif gewesen, kommentierte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Erst rückte ein Streifenwagen des Polizeikommissariats Northeim aus, um die Tiere aufzuspüren. Während die Beamten den nachfolgenden Autoverkehr verlangsamten und die Autobahn sperrten, liefen die beiden Jungbullen in Richtung Süden vor dem Streifenwagen her. An der Anschlussstelle Northeim-Nord wurden die beiden Bullen bereits von weiteren Funkstreifen und dem mit Trecker und Anhänger herbeigeeilten Besitzer erwartet. Der Plan: Die Tiere sollten in die Abfahrt Northeim-Nord getrieben und dort vom Landwirt eingefangen werden. Hierzu sperrten die Streifenwagen die Ausfahrt nach hinten ab.

Doch es kam anders. Bei dem Versuch, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, prallte eines der Rindviecher zunächst gegen eines der Einsatzfahrzeuge. Danach sprangen die Tiere über die Leitplanke und setzten ihre Flucht auf der Autobahn in Richtung Süden fort. An der nächsten Anschlussstelle (Northeim-West) warteten zwei mit Blasrohr und Betäubungspfeilen bewaffnete Tierärzte. Ein Bulle wurde betäubt und gefesselt, der andere jedoch rannte trotz Betäubungspfeil entgegen der Fahrtrichtung durch den Stau hindurch wieder Richtung Norden. An der Abfahrt Northeim-Nord traf ihn ein zweiter Narkose-Pfeil. Nun erst konnte das Tier niedergerungen, gefesselt und abtransportiert werden.