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Göttingen Römerlager Hedemünden: Pfad in luftiger Höhe
Die Region Göttingen Römerlager Hedemünden: Pfad in luftiger Höhe
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19:40 24.08.2011
Von Michael Brakemeier
Fünf Meter über dem Waldboden: Über einen Steg sollen die Besucher über die Fläche des Römerlagers geführt werden. Quelle: EF
Hedemünden

Gestern wurde das im Februar vom Landkreis Göttingen in Auftrag gegebene, und 56 000 Euro teure Konzept dem Kulturausschuss des Kreistages vorgestellt. „Die Präsentation des Römerlagers erfolgt ausschließlich am authentischen Ort. Substanz und Aura des Ortes sind die zentralen Standortfaktoren“, erläuterte der mit dem Konzept beauftragte Architekt Uwe Kleineberg aus Braunschweig.

Um den Fundort des Lagers zu schützen, habe man darauf verzichtet, Gebäude auf dem Lagergelände zu errichten, Bäume zu roden oder Besucher direkt über den Boden gehen zu lassen. Daher die Steg-Idee, der durch die Bäume und drei sogenannte „Erlebniskabinette“ führt, in denen nach Vorstellungen der Planer „spezifische Inszenierungen zur Römerwelt“ dargestellt werden. Statt die Bäume auf dem Lagergelände zu fällen, schlagen die Architekten vor, um das Oval des Lagers eine Baumschneise zu schlagen, um so dessen Dimensionen zu verdeutlichen.

Das Römerlager soll touristisch genutzt werden. Doch wie? Das Architektur- u. Ingenieurbüros Kleineberg & Partner hat einen Plan.

Das Besucherzentrum, dessen obere Fassade mit Edelstahlgewebe verkleidet werden soll, während im Erdgeschoss Glas zum Einsatz kommt, bietet Platz für Ausstellungen. Im Erdgeschoss sollen Wechselausstellungen gezeigt werden. Im Obergeschoss sollen die Besucher durch die Dauerausstellung geführt werden, in der die zum Teil archäologisch wertvollen Funde aus Hedemünden ausgestellt werden. Hann. Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU) betonte, dass das Land zugesichert habe, dass diese Stücke in Hedemünden bleiben. Ein Café und ein Spielplatz, der die Möglichkeit für experimentelle Archäologie bietet, sind weiter geplant.

Die Nettokosten für den Bau des Besucherzentrums beziffert Kleineberg auf rund 14 Millionen Euro. Ein Wirtschaftsgutachten zu den laufenden Kosten und dem Besucherpotenzial muss noch in Auftrag gegeben werden. Bei ihren Planungen haben die Architekten die Lage des Lagers nahe der A 7 berücksichtigt. Die auffällige Architektur sei eine werbewirksame Landmarke.

Die Ausschussmitglieder nahmen das Konzept positiv auf. Der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch betonte, dass es nun gelte, für das Projekt „Fans, mit langem Atem“ zu finden. Landrat Reinhard Schermann (CDU) appellierte an alle Seiten, dass so ein Vorhaben nur gemeinsam umzusetzen sei. Er geht davon aus, dass sich für die Finanzierung ein „kreativer Weg“ finden werde.