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Göttingen Römerlager komplett erfasst
Die Region Göttingen Römerlager komplett erfasst
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18:14 21.01.2010
Relikt aus römischen Zeiten: Metallspange. Quelle: Hinzmann
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Allerdings sei die Kreisarchäologie im vergangenen Jahr noch auf einen besonders bemerkenswerten Bestandteil des vor etwa 2000 Jahren oberhalb der Werra angelegten römischen Militärlagers gestoßen, teilt Grote weiter mit: Am Rande der zum Teil freigelegten quadratischen Zentralbauanlage wurde ein mit Steinquadern in die Erde gemauerter, rechteckiger Keller mit etwa drei Quadratmetern Größe gefunden. Die Vermutung der Archäologen: In dem siloartigen Erdspeicher wurden Lebensmittel gelagert, die der Kühlung bedurften. Nur sieben Meter südlich davon war 2007 ein ebenfalls in die Erde eingelassener Feldbackofen gefunden worden. Eine weitere, zum Teil ausgegrabene Grube im Nordosten des Lagers stammt aus der Zeit vor der Präsenz der Römer ist zwei bis drei Jahrhunderte älter als das Lager.

Als „besondere Neufunde“ führt Grote eine Buntmetallmünze (16 - 8 v. Chr.), mehrere militärische Gegenstände wie Lanzenschuhe und Katapultbolzen, das Bruchstück einer Pionierschaufel, Baueisenteile, Zeltheringe, Meißel und andere Werkzeuge an. Auch gebe es deutliche Hinweise auf die Existenz einer Feldschmiede. Angesichts der Fülle der Funde ist Grote überzeugt, dass das Hauptlager über eine komplette Innenbebauung mit Holz- und Zeltbauten verfügte.

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Bisher wurden in dem vor knapp sieben Jahren entdeckten Römerlager oberhalb der Werra etwa 1600 Gegenstände aus Metall gefunden – die meisten davon Sandalennägel. Größeres Aufsehen erregten unter anderem Pionier-Äxte, erstaunlich gut erhaltene Legionärsdolche und vor allem eine Metallfessel, die gleichzeitig Kopf und Hände umschloss. Aber auch in den mittlerweile nachgewiesenen Außenlagern bei Oberode und Mollenfelde wurden die Archäologen fündig. Als Erfolg wertet Grote zudem das große öffentliche Interesse an Feiern, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Römerlager 2000 Jahre nach der Varusschlacht.

Gegenüber dem Römerlager traten andere Ausgrabungsstätten in den Hintergrund. Dennoch war die Kreisarchäologie auch in Rosdorf, Hann. Münden, Lippoldshausen, Reinhausen, Obernjesa und an mehreren Stellen bei Bremke aktiv. Außerdem wurden 37 neue Fundstellen erfasst.

hein

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