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Göttingen Rollator-Geburten mit 80 und Kinder vom Bofrost-Mann
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15:18 23.10.2019
Zwölfte Komische Nacht in verschiedenen Locations „Wolli“ ist einer der beteiligten Künstler. Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Neben dem Apex war die Show noch in der Bar Celona, im De Medici, Hotel Weender Hof, La Locanda, Monro's Park, der MUSA und im Nörgelbuff zu Gast.

Das Format kommt an. Wie im Apex waren auch alle sieben weiteren Locations ausverkauft. Jeweils zwanzig Minuten performt jeder einzelne Künstler. Nach jedem Auftritt gibt es für die Besucher eine kurze Pause zum Durchatmen.

Auflockerung mit Gesang

Er sei 10 Prozent Mensch und 90 Prozent Haare und so sei das in seiner ganzen Familie, denn sie kämen aus dem Auenland. Der als Shooting Star der Comedy-Szene gefeierte Nizar lässt sich fortan über seinen unfreiwillig komischen Vater aus und thematisiert Flugzeugwitze, bevor er zum unvermeidbaren Thema Frauen kommt. Diese würden mit ihren Männern grundsätzlich so reden, als seien sie geistig behindert. Er beantwortet die Frage, warum Araber kein Schach spielen, und erzählt über einen Hund, der angeblich auf den Teppich gekackt hat, sich dann aber als Porzellan-Hund entpuppt. Ein eher etwas derb, flacher Start.

„Völlig losgelöst von der Erde...“ ist das Publikum im Anschluss bei Henning Schmidtkes Auftritt, der den Abend gleich auf ein anderes Niveau hebt. „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ ist sein Credo und so lockert er die Besucher erst mal mit Gesang auf. Er komme aus dem Harz und habe erste Gehversuche hier auf der Bühne mit Studentenkabarett gehabt.

Deftiger Hamburger Humor

Feiern wie früher, mit Getränken ab 40 Prozent aufwärts, aber nur bis 23 Uhr sei in seinen Augen ein Brunch. Er sieht Rollatorgeburten mit 80 auf die Menschheit zukommen, die Kinder würden zukünftig vom Bofrost-Mann gebracht und er doziert über die Sprachschere zwischen Männern und Frauen. Da steht ein Kabarettist mit fein gesetzten Pointen auf der Bühne. Am 10. Oktober 2020 sei er mit seinem Solo-Programm erneut im Apex verkündet Schmidtke zum Ende seines lautstark gefeierten Auftritts.

Der mächtige, vollbärtige Johnny Armstrong bezeichnet sich selbst als Augenschmaus des Abends. Er sei nicht behindert, sondern Engländer. Ein Deutschkurs an der VHS in Neukölln habe dazu geführt, dass er nun fließend Türkisch spreche. Armstrong ist eine Art Entdeckung der Langsamkeit. Er sei Engländer mit irischen Wurzeln und Blut an den Händen. Er habe die Kelly-Family gemeuchelt. „Das sei englischer Humor, wenn er nicht gefallen hat, hättet ihr den Krieg gewinnen müssen“, sind seine letzten Worte, bevor er die Bühne für den lebhaften Wolli aus Hamburg frei macht.

Bei diesem wird „I’ ve got the power“ zu Agathe Bauer, er doziert über seine Flugangst, Toiletten mit Unterdruck und diskrete schwarze Tüten, die es nur im Sexshop gäbe. „Somewhere over the rainbow“ spielt er auf dreiundzwanzig aneinandergebundenen Blockflöten und Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ auf einem Vibrator. Deftiger Hamburger Humor, der an der Oberfläche kratzt.

Zum Abschluss zieht der Friseur mit Leidenschaft Dennis Grundt sein Handwerk an den Haaren herbei- und durch den Kakao. Einen bestimmten Kunden bezeichnet er als „nicht die hellste Strähne in der Alufolie“. Grundt macht sich ausführliche Gedanken über das Saunaverhalten der Menschen sowie über Flatulenzen in ungünstigen Momenten. Und er rät dem lautstark applaudierenden Publikum zum Ende einer vom Niveau her recht schwankenden „Komischen Nacht“ im Apex: „Macht in Restaurants die Salzstreuer auf!“

Erfolgreiches Format

Die „Komische Nacht“ ist inzwischen eines der erfolgreichsten Live-Comedy-Formate und präsentiert einen Querschnitt durch die aktuelle Comedyszene in Deutschland. Inzwischen in über dreißig Städten stattfindend treten in ausgesuchten Locations wie Musikclubs, Cafés, Bars und Restaurants parallel jeweils fünf von acht Künstlern auf. Diese waren zur 12. Komischen Nacht Göttingen NIZAR, Henning Schmidtke, Johnny Armstrong, Der Wolli, Dennis Grundt, Costa Meronianakis, Volker Diefes und Jens Heinrich Claassen.

Die Besucher kaufen sich eine Eintrittskarte für ihre Lieblings-Location und die Künstler rotieren im Wechsel zwischen den Orten. Bespielt wurden das Apex, die Bar Celona, das De Medici, das Hotel Weender Hof, La Locanda, Monro's Park, die MUSA und der Nörgelbuff. Alle acht Locations in Göttingen waren komplett ausverkauft.

Bekannt durch Auftritte im Quatsch Comedy Club, bei Nightwash oder der Komischen Nacht garantieren Comedians, Kabarettisten oder Zauberer so einen gelungenen Abend bei Essen und Trinken in geselliger Runde.

Die 13. Komische Nacht Göttingen wird am 16. April 2020 in denselben Location stattfinden!

Von Jörg Linnhoff

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