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Göttingen „Rosenzauber“-Laden schließt am 29. Juni
Die Region Göttingen „Rosenzauber“-Laden schließt am 29. Juni
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20:00 24.06.2019
Bärbel von Blanckenburg gibt ihr „Rosenzauber“-Ladenlokal nach zehn Jahren auf. Quelle: r
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Göttingen

Ausgerechnet zum zehnjährigen Bestehen des Innenstadt-Ladens „Rosenzauber“ (Lange-Geismar-Straße) gibt es eine schlechte Nachricht für die Kunden: Inhaberin Bärbel von Blanckenburg schließt das Geschäft zum Ende des Monats. Der 29. Juni wird der letzte Verkaufstag für die „schönen Dinge mit Herz“ sein.

Entscheidung für die Kunst

„Die Arbeit in Atelier und Werkstatt ist für mich immer wichtiger geworden“, erklärt von Blanckenburg den Schritt. Im vergangenen Jahr habe sie einen Kunstpreis gewonnen und in Hamburg ausgestellt, dieses Jahr in Ulm. „Der Einzelhandel hat es bekanntlich schwer, nicht nur in Göttingen, daher kann ich nicht mehr Mitarbeiter einstellen, um mehr Zeit für meine Kunst zu haben. Ich musste mich entscheiden: Rosenzauber oder Kunst. Beides schaffe ich nicht mit vollem Herzen“, erklärt die Inhaberin. Derzeit beschäftigt sie vier studentische Mitarbeiterinnen stundenweise.

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Restbestände im Online-Shop

„Viele Göttinger und natürlich auch mich würde es freuen, wenn jemand mit Herz und Leidenschaft Rosenzauber weiterführen und neue, eigene Akzente setzen würde“, sagt von Blanckenburg. Restbestände verkauft sie über einen Online-Shop, ab Juli via E-Mail. Außerdem plant sie noch eine Adventsausstellung – entweder im Ladengeschäft oder in ihrem Heimatort Waake.

Vier Fragen an die Inhaberin

Frau von Blanckenburg, Sie blicken auf „zehn Jahre Rosenzauber“ zurück. Können Sie uns die Entwicklung des Ladens in ein paar Sätzen beschreiben?

Mein Ziel war und ist es, dass die Kunden im Rosenzauber schöne Dinge mit Herz finden, sich gewissermaßen vom skandinavischen Landhausstil verzaubern lassen, zum Beispiel von meinem Hauptlieferanten GreenGate. Im Laufe der Jahre sind immer mehr Sachen aus meinem Atelier und meiner Werkstatt dazu gekommen: Bilder, aber zum Beispiel auch liebevoll aufgearbeitete Stühle, Regale für den begehrtesten Artikel – den Latte-Becher –, Kommoden, Tische, Lampen oder selbst genähte Kinderkleidung aus GreenGate-Stoffen.

Was war damals die Intention für das Geschäft?

Ich war 20 Jahre Lehrerin, hatte danach zehn Jahre eine Praxis für Lern- und Lebensberatung. Meine große Leidenschaft war schon immer mein Rosengarten. Rosen, sich umgeben mit schönen Dingen – und mein Wunsch, mit Menschen in Kontakt zu sein, sie teilhaben zu lassen... so kam es dann zu Rosenzauber.

Was hat sich in den zehn Jahren besonders verändert?

Zweimal im Jahr war ich auf Messen, um mich immer auf den aktuellen Stand zu bringen. Dadurch ist mein Warenangebot vielfältiger und abwechslungsreicher geworden. Rosenzauber ist bei Instagram und Facebook vertreten, und ich habe einen kleinen, aber feinen Online-Shop.

Wie haben die Stammkunden auf die Ankündigung reagiert, dass Sie Rosenzauber schließen werden?

Alle bedauern es sehr. Manche sind regelrecht traurig und meinen, es werde was fehlen in Göttingen. Einen kleinen Trost kann ich anbieten: Wahrscheinlich mache ich noch eine Adventsausstellung. Alle, die dazu eingeladen werden wollen, bekommen eine E-Mail.

Von Markus Riese