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Göttingen Rot-grüne Mehrheit stimmt für Kernsanierung der Stadthalle Göttingen
Die Region Göttingen Rot-grüne Mehrheit stimmt für Kernsanierung der Stadthalle Göttingen
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22:30 17.05.2019
Entscheidung im Rat: Rot-grüne Mehrheit im Rat stimm für die Kernsanierung der alten Halle. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Die Göttinger Stadthalle bleibt am Albaniplatz. Gegen die Stimmen von CDU, FDP und der Piraten / Die Partei-Ratsgruppe hat der Rat der Stadt mit rot-grüner Stimmenmehrheit den Weg für die Kernsanierung der maroden, bestehenden Stadthalle frei gemacht. Gleichzeitig hob er den Sanierungsstopp auf, den CDU, Grüne und FDP erwirkt hatten. Nach Kalkulationen der Verwaltung sollen sich die Kosten für die Sanierung aktuell auf rund 29,5 Millionen Euro summieren. Anfänglich hatte die Verwaltung Sanierungskosten von 19 Millionen Euro angegeben.

„Diese Entscheidung ist eine krasse Fehlentscheidung“, kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Olaf Feuerstein. Mit der Sanierung bekomme Göttingen eine „alte Kiste ohne Mehrwert“. Die CDU bleibe „aufrecht“ und stimme der Kernsanierung nicht zu. Auch Felicitas Oldenburg appellierte an den Rat, den Sanierungsstopp aufrecht zu erhalten. Sie machte sich erneut für einen Neubau stark.

Rot-Grün für Sanierung

Bereits am Donnerstag hatten SPD und Grüne in einer gemeinsamen Mitteilung betont: „Nach sehr sorgfältiger Prüfung vieler Alternativen ist es richtig, die Kernsanierung der Stadthalle an dem jetzigen Standort fortzuführen. Der Prämisse des zeitgemäßen Anspruchs der Nachhaltigkeit entsprechend ist – sowohl aus kulturell-funktionaler, baulicher, finanzieller und sozialer Sicht – die Sanierung der richtige Weg.“

Der Rat hat entschieden. Die Göttinger Stadthalle wird am bisherigen Standort am Albaniplatz kernsaniert! Wir danken...

Gepostet von SPD Ratsfraktion Göttingen am Freitag, 17. Mai 2019

Rot-Grün hatte zur Ratssitzung umfangreiche Maßnahmen in einem Änderungsantrag vorgelegt, mit denen das Hallenumfeld und der Albaniplatz umgestaltet werden sollen. „Zehn Punkte für eine innerstädtische Mobilitätswende“, heißt es darin. „So wenig motorisierten Verkehr wie möglich auf dem Albaniplatz“ und in den angrenzenden Straße soll sie bringen. Ziel sei es, so Rolf Becker, Fraktionsvorsitzender der Grünen, „die optimale Lösung für so wenig Verkehr wie möglich zu bekommen“. Den Änderungsantrag hat der Rat einstimmig zur weiteren Beratung in den Bauausschuss überwiesen.

Außenansicht der sanierten Stadthalle. Quelle: soll sasse architekten

Feuerstein kritisierte das neu erstarkte „Kuschelbündnis“ zwischen SPD und Grünen. „Ihnen sind harte Fakten egal“, sagte er in Richtung der beiden Bündnisparteien. Er wunderte sich über die „wundersame Wandlung der Grünen“, hatten sie zuvor doch den Sanierungsstopp mitgetragen. Geschickt hätten sie nun „alle ihre Forderungen“ in Bezug auf Verkehr in der Innenstadt in dem gemeinsamen Antrag mit der SPD untergebracht, sagte Feuerstein. Hans Otto Arnold (CDU) erinnerte daran, dass CDU und SPD stets gemeinsam Angriffe der Grünen auf den Autoverkehr in der Innenstadt abgewehrt hätten. „Wie groß muss die Not in der SPD sein, dass sie sich so dreht?“, fragte Arnold.

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins räumte nach der Entscheidung ein, dass das vorangegangene Ausscheren der Grünen nicht im Sinn der SPD gewesen sei. Viele nun vereinbarte Punkte in der „Mobilitätswende“ seien aber schon lange Ziele auch der SPD gewesen. Der Personalpoker um eine neue Dezernentenstelle in einem neu zu schaffenden Umweltdezernat in der Stadtverwaltung, wie es die Grünen fordern, habe die Vereinbarungen von Rot-Grün zur Stadthalle nicht beeinflusst. Edgar Schu (Linke) hatte der SPD und den Grünen genau das in der Ratssitzung unterstellt.

CDU blitzt mit Alternative ab

Die CDU selbst hatte in der Sitzung noch versucht, den anderen Ratsfraktionen ihre bevorzugte Lösung – eine Erweiterung an der Lokhalle – mit einer neuen Ideenskizze des Architekten Claus Anderthalten schmackhaft zu machen. Vergebens.

29,9 Millionen Euro netto - So viel könnte ein Anbau an der Lokhalle kosten. Wir haben heute dem Rat der Stadt Göttingen...

Gepostet von CDU-Ratsfraktion Göttingen am Freitag, 17. Mai 2019

Nach der Ideenskizze könnte die Erweiterung innerhalb von 42 Monaten entstehen, 1500 Besuchern Platz bieten und knapp 36 Millionen Euro kosten. Die Stadtverwaltung hatte die Kosten dafür ihrerseits auf 51,5 Millionen Euro geschätzt. Für die Grünen machte Dagmar Sakowsky deutlich, dass der Standort Lokhalle auch ohne Stadthalle weiterentwickelt werden müsse.

„Verweigerungshaltung“

Die CDU, aber auch die FDP, kritisierten scharf, dass die Verwaltung einen Hallenneubau als Alternative zu einer Sanierung nie „ernsthaft“ geprüft habe. Marcel Pache (CDU) sprach von einer Verweigerungshaltung der Verwaltung.

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E-Mail: m.brakemeier@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @soulmib

Facebook: michael.brakemeier

Von Michael Brakemeier

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