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Göttingen Rote Statuen zeigen: Nein zu Gewalt gegen Frauen
Die Region Göttingen Rote Statuen zeigen: Nein zu Gewalt gegen Frauen
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19:47 25.11.2010
Blickfang: Eine der roten Frauensilhouetten in der Weender Straße. 20 dieser Figuren stehen derzeit im Stadtgebiet.
Blickfang: Eine der roten Frauensilhouetten in der Weender Straße. 20 dieser Figuren stehen derzeit im Stadtgebiet. Quelle: Heller
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Nur in den seltensten Fällen werde Gewalt gegen Frauen wahrgenommen, heißt es in einer Information. Die Ausstellung wolle auf diese Gewalt hinweisen. Jede Silhouette trage eine kurze Botschaft zum Thema Gewalt gegen Frauen. Passanten sollen auf ihren Alltagswegen angeregt werden, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Holz-Silhouetten stehen unter anderem an den Universitätsgebäuden auf dem Platz der Göttinger Sieben, am Rat- und Kreishaus, in der Weender Straße , an der Agentur für Arbeit und am Deutschen Theater.

Eine Einrichtung, die sich gegen Gewalt an Frauen und Kindern engagiert, feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen: das Frauenhaus Göttingen. Mehr als 6000 von Gewalt betroffene Frauen und Kinder hätten seit der Gründung das Angebot an Zuflucht, Beratung und Information genutzt, heißt es in einer Mitteilung der Einrichtung. Göttingen sei eine der ersten Städte gewesen, in denen „diese oft überlebenswichtige Einrichtung“ gegründet wurde.

Bereits 1977 hatte sich in Göttingen der Verein „Frauen helfen Frauen“ von engagierten Feministinnen gegründet. Ziel war es, das Problem Gewalt gegen Frauen in die Öffentlichkeit zu bringen und damit ein Tabu aufzubrechen sowie ein Frauenhaus einzurichten, in dem Betroffene Schutz, Sicherheit und Unterkunft finden und Frauen in ähnlichen Situationen treffen können. 1980 wurde das Frauenhaus eröffnet. 1999 entstand der Verein Frauenhaus Göttingen und übernahm die Trägerschaft für die Einrichtung.

Gewalt gegen Frauen sei kein Einzelfall, heißt es in der Mitteilung weiter. Eine Studie der Bundesregierung belege, dass jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von häuslicher Gewalt werde. Schutzsuchende Frauen würden darüber aufgeklärt, so Frauenhaus-Mitarbeiterin Barbara Decker, dass auch psychische Misshandlungen wie etwa Demütigung oder Kontrolle eine Form von Gewalt seien. Jährlich fänden etwa 100 Frauen mit ebenso vielen Kindern Schutz, Betreuung und Begleitung im Göttinger Frauenhaus. Darüber hinaus berieten die Mitarbeiterinnen zum Thema häusliche Gewalt etwa 500 Personen im Jahr. Die Einrichtung sei damals wie heute ein Ort von Frauen für Frauen. Gesellschaftliche Ursachen von Gewalt gegen Frauen spielten in der täglichen Arbeit eine wichtige Rolle. Daher sei es neben der Unterstützung der Betroffenen wichtig, das Thema Gewalt gegen Frauen öffentlich zu machen, über Ursachen und Handlungsmöglichkeiten aufzuklären und damit zugleich auch präventiv zu arbeiten.

Aus Anlass des Jubiläums veranstaltet das Frauenhaus in Anknüpfung an die Kochgruppe, die wöchentlich mit Frauenhausbewohnerinnen stattfindet, in Kooperation mit der BBS III ein Drei-Gänge-Menü. Es wird zubereitet von der Fernseh-Köchin Jacqueline Amirfallah.

Von Jörn Barke