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Göttingen „Roter Sonnabend“: Ausstellung zur Novemberrevolution in Göttingen
Die Region Göttingen „Roter Sonnabend“: Ausstellung zur Novemberrevolution in Göttingen
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20:00 14.01.2019
Städtisches Museum: Ausstellungswand zum Frauenwahlrecht. Quelle: r
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Göttingen

Der vollständige Titel lautet: „Der rote Sonnabend. Facetten und Folgen der Novemberrevolution in Göttingen“. Die Sonderausstellung wird am Sonnabend, 19. Januar, um 18 Uhr im Museum am Ritterplan eröffnet.

Petra Broistedt, Dezernentin für Kultur und Soziales, richtet ein Grußwort der Stadt an die Besucher; Ernst Böhme, Leiter des Städtischen Museums Göttingen, begrüßt die Gäste; Simone Hübner, Mitarbeiterin des Museums, und der Göttinger Historiker Rainer Driever vermitteln die Einführung in die Ausstellung.

Sonnabend, 9. November: Philipp Scheidemann verkündet die Republik

„Die Niederlage im Ersten Weltkrieg ist für viele Deutsche ein traumatisches Erlebnis“, heißt es in dem Faltblatt. „Kaiser, Könige und Fürsten stürzen von ihren Thronen. Die überkommene politische und gesellschaftliche Ordnung geht unter. Unruhen und blutige Kämpfe erschüttern das alltägliche Leben.“ Am Sonnabend, 9. November, verkündet Sozialdemokrat Philipp Scheidemann im Reichstag die Republik als Realität. Kurz nach ihm rief Karl Liebknecht im Berliner Stadtschloss (wenige Wochen später Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands) die „freie sozialistische Republik“ aus. Und: „In Göttingen bleibt es vergleichsweise ruhig.“

Göttinger Oberbürgermeister Georg Calsow allgemein respektiert

Oberbürgermeister Georg Calsow habe als respektiertes Stadtoberhaupt amtiert, Sicherheit und öffentliche Ordnung seien „nicht ernsthaft gefährdet“ gewesen. Die Gefahr lag im Rückschritt: Denn auch in Göttingen, so das Ausstellungs-Team, „regen sich schnell reaktionäre Kräfte. Sie kämpfen verbissen für die Rückkehr der alten Ordnung. Bald setzen sich die Nationalsozialisten in Göttingen fest.“

November 1918: Wahlrecht für Frauen

Doch zunächst gab es Fortschritt. „Im November 1918 entsteht aber auch viel Neues. Die Gewerkschaften erkämpfen den Achtstundentag und andere soziale Errungenschaften. Frauen erhalten endlich das Wahlrecht und beginnen, am politischen Leben teilzunehmen. In Mode, Musik und Freizeit werden alte Traditionen abgeschüttelt. Die bunte Kultur der 1920er-Jahre blüht bescheiden, auch in Göttingen.“

Städt Museum: Blick in den Ausstellungsraum. Quelle: r

Ausstellung dokumentiert Krise und Neubeginn

Die Ausstellung zeige diese beiden Seiten der damaligen Ereignisse. Viele Objekte und Dokumente, Fotos und Tonaufnahmen werden erstmals präsentiert. „Sie dokumentieren Kriegsende, Krise und Neubeginn“, heißt es in der Ankündigung. Zeitlich spannt die Ausstellung den Bogen von 1918 bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch am 13. März 1920.

Lehrer am FKG Göttingen sammelt Erinnerungen von Zeitzeugen

„Und es kommen Zeitzeugen zu Wort“, so das Ausstellungs-Team. Ulrich Popplow, Lehrer am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium, habe ihre Erinnerungen 1975 festgehalten. „In diesen neu entdeckten und erstmals ausgewerteten Quellen werden die Ereignisse aus der Sicht einzelner Menschen lebendig.“

Finissage am 7. Juli im Städtischen Museum Göttingen

Bis zur Finissage am 7. Juli wird sind fünf Vorträge an fünf Sonntagen zu hören, und Kooperationspartner bieten Veranstaltungen an: Am 30. Januar ist im Jungen Theater das Stück „Kleiner Mann, was nun?“ zu sehen; ab Mitte Februar veranstaltet das Y-Lab einen Workshop zum Wahlrecht 1918/19; und das Kino Lumière zeigt den Film „Rosa Luxemburg“; (3. März, die Einführung übernimmt Klaus Wettig).

Foto, das im Städtischen Museum gezeigt wird: Versammlung rund ums Gänseliesel auf dem Göttinger Marktolatz im März 1920. Quelle: r

Vorträge und Führungen im Städtischen Museum Göttingen

Der erste Vortrag beginnt am Sonntag, 27. Januar, um 15 Uhr: Prof. Oliver Auge (Christian-Albrechts-Uni Kiel) berichtet über „Hintergründe, Verlauf, Konsequenzen“ des Kieler Matrosenaufstands im November ’18; weitere Themen sind unter anderem das Wahlrecht für Frauen und die „Revolution“ in Göttingen.

Das Ausstellungsteam veranstaltet bis Anfang Juli acht „offne Sonntagsführungen“ an (jeweils um 11.30 Uhr) – Start ist am 27. Januar. Angebote für Schulklassen und weitere Informationen auf www.museum@goettingen.de

Von Stefan Kirchhoff

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