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Göttingen Rudolf Roth nimmt Plattdeutsch-Club Wolbrechtshausen Pressearbeit ab
Die Region Göttingen Rudolf Roth nimmt Plattdeutsch-Club Wolbrechtshausen Pressearbeit ab
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17:09 28.08.2013
Kämpfer für Plattdeutsche Sprache, obwohl er selbst kein Plattdeutsch spricht: Rudolf Roth. Quelle: Heller
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Wolbrechtshausen/Nörten-Hardenberg

Der Club wird in diesem Jahr zehn Jahre alt und veranstaltet ein Fest dazu – von Freitag, 30. August, bis Sonntag, 1. September, auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hevensen.

Für Roth schließt sich der Kreis in zweifacher Hinsicht. Von 1979 bis 1987 war der umtriebige Mann freier Mitarbeiter für das Göttinger Tageblatt. Seinerzeit berichtete er über Nörten-Hardenberg – Wolbrechts-hausen ist ein Ortsteil im Flecken. Seine erste Lehrerstelle hatte der gebürtige Northeimer in ebendem Flecken-Dorf.

Das heutige Dorfgemeinschaftshaus für Hevensen und Wolbrechtshausen war damals die Schule für beide Dörfer. Der Leiter des Plattdeutsch-Clubs Rolf Gruschinski gehörte zu Roths ersten Schülern. „So schließt sich mein pädagogischer Kreis“, schildert Roth.

Weil sein Weg in Wolbrechts-hausen begann, möchte er den Menschen dort gerne etwas zurückgeben. „Gerade in Wolbrechtshausen haben wir viel zusammen gemacht“, erzählt er. Dort habe er gelernt, was Feiern heiße.

Regelmäßige Treffen

„Durch die Arbeit mit dem Plattdeutsch-Club tauche ich in meine Vergangenheit ein“, sagt Roth. Auch wenn er selbst kein Platt spreche, verstehe er die Beweggründe der Plattdeutsch-Freunde.

„Als ich an der Schule angefangen habe, durften die Schüler kein Platt sprechen.“ Der Plattdeutsch-Club könne dabei helfen, dass die Heranwachsenden wieder mit ihren Großeltern sprechen könnten, erläutert der  71-Jährige.

Der Plattdeutsch-Club, für den sich Roth jetzt einsetzt, ging im März 2003 aus einem „Chronik Tropp“ hervor. Regelmäßig treffen sich die Plattdeutsch-Fans auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hevensen, schnacken Platt und singen plattdeutsche Lieder.

Mittlerweile haben die Mitglieder auch an einigen Nörtener und Hardegser Schulen und Kindergärten Plattdeutsch-Stunden organisiert und bieten verschiedene Veranstaltungen und Ausfahrten an.

Von Ute Lawrenz

Zwei Feste an drei Tagen

Hevensen. Mit einer Kaffeetafel beginnt das Fest des Plattdeutsch-Clubs auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hevensen am Freitag, 30. August, um 15 Uhr. Um 16 Uhr folgt die Begrüßung der Gäste in verschiedenen Mundarten.

Angekündigt hat sich unter anderem der Schirmherr, Northeims Landrat Michael Wickmann (SPD). Nach Liedern, Grußworten und Vorträgen wird das Abschlusslied gegen 19.30 Uhr angestimmt.

Ab 14 Uhr beginnt das Fest am Sonnabend, 31. August. Im Programm ab 15 Uhr tragen unter anderem Schüler der Johann-Wolf-Schule Nörten-Hardenberg und der Grebenbergschule Angerstein Märchen auf Plattdeutsch vor.

Eine Modenschau präsentieren die Landfrauen Nörten-Hardenberg. Die Hamburger Tüdelband gastiert ab 19.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) in der Diskothek Matrix in Nörten.

Eine plattdeutsche Andacht hält Lektorin Gerda Mickan aus Moringen am Sonntag, 1. September um 10 Uhr. Mit einem Frühschoppen ab 11 Uhr endet das plattdeutsche Treiben.

Von Parkplätzen am Hevenser Sportplatz und beim Dorfgemeinschaftshaus in Wolbrechtshausen wird ein Bus-Shuttle eingerichtet.

Einen Trödelmarkt richtet der Plattdeutsch-Club an allen drei Festtagen von 14 bis 19 Uhr auf dem Hofgelände aus. Fremdverkäufer sind nicht zugelassen. Das Plattdeutsch-Fest geht nahtlos in das Apfelerntefest des Internationalen Schulbauernhofs Sonntag, 1. September, über.

Zwischen 11 und 18 Uhr können die Anlage und alte landwirtschaftliche Geräte besichtigt werden. Außerdem gibt es Mitmachaktionen, Informationen zur Haltung von Bienen und Kostproben regionaler Lebensmittel der Saison.