Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen SPD-Ortsverein protestiert gegen Stadtbus-Ausdünnung
Die Region Göttingen SPD-Ortsverein protestiert gegen Stadtbus-Ausdünnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 27.09.2019
Fahrgäste aus dem Ostviertel können nur noch eingeschränkt mit dem Bus die Innenstadt ansteuern. Quelle: Christina Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Der Engpass bei den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) hält an. Voraussichtlich bis zum Jahresende bleibt der Fahrplan für die Stadtbuslinien eingeschränkt. Der SPD-Ortsverein Göttingen-Ost hat eine Unterschriftenaktion gestartet, weil er die Ausdünnung der Linie 50 im Ostviertel nicht mehr hinnehmen will. Die Buslinie 50 fährt nicht mehr jede halbe, sondern nur noch jede ganze Stunde, wochentags ab 20 Uhr nicht mehr und sonnabends gar nicht mehr. Die Linie bedient die Strecke Rohns-Jugendherberge-Eichendorffplatz-Innenstadt-Bahnhof.

Bereits seit Monaten gibt es bei den Göttinger Stadtbussen Fahrplaneinschränkungen. Das haben die Verkehrsbetriebe mit einer anhaltenden Krankheitswelle bei den Busfahrern begründet. Die ist immer noch nicht gänzlich abgeebbt. „Wir haben leider viele Langzeitkranke“, sagt GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke: „Hinzu kommen Überstunden, Schulungen und Resturlaub.“ Überstunden und Resturlaub seien jetzt abzubauen, Schulungen abzuarbeiten.

Neue Fahrer werden eingearbeitet

Um das seit Monaten währende Auf und Ab zu beenden, sei über die Agentur für Arbeit bereits mit Erfolg nach Personalersatz gesucht worden, sagt Gallinat-Mecke. Die Verkehrsbetriebe hätten mehr als 20 neue Kolleginnen und Kollegen und zusätzliche Auszubildende hinzugewonnen. Einige neue Fahrer seien bereits ohne Lehrfahrer unterwegs. In der Umbruchphase müsse der Ersatzfahrplan aber verlängert werden. Bis wann, sei noch unklar, voraussichtlich aber bis zum Jahresende.

Die erneute Verlängerung der Fahrplan-Einschränkungen hat beim SPD-Ortsverein Göttingen-Ost das Fass zum Überlaufen gebracht. Vor allem die Bewohner der Oststadt hätten weiter erhebliche Probleme, mit dem Stadtbus die Innenstadt und den Bahnhof zu erreichen, moniert Gerd Aschoff. Bahnreisende seien häufig auf das Taxi angewiesen. „Die Linie 50 bleibt auf einen lächerlichen Stundentakt reduziert, am Abend und am Samstag wird die Linie weiter komplett eingestellt“, sagt Aschoff: „Während weltweit für wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz demonstriert wird, fällt uns eine sachliche Einordnung des GöVB-Diktats schwer.“

Protest-Postkarten verteilt

Die SPD verteilt im Ostviertel auch Postkarten, um Unterschriften gegen die Fahrplanausdünnung zu sammeln. Quelle: r

„Die stadteigenen Göttinger Verkehrsbetriebe müssen eingestehen, dass ihnen immer noch Fahrer fehlen, um den Fahrplan wieder vollständig zu bedienen“, heißt es im Unterschriftenaufruf des SPD-Ortsvereins. Die Reduzierung der Taktung der Stadtbuslinie 50 und der Entfall am Sonnabend könnten nicht länger akzeptiert werden. Zudem wird befürchtet, dass das Provisorium zum Dauerzustand werden könnte: „Wir fordern mehr Busse und nicht weniger für eine umweltfreundliche Mobilität, auch am Abend und am Wochenende.“ Am Donnerstag haben die Mitglieder des Ortsvereins damit begonnen, Protest-Postkarten im Ostviertel zu verteilen, um für ihre Unterschriftenaktion zu werben, am Sonnabend wollen sie erneut mit einem Info-Stand am Eichendorffplatz vertreten sein.

Wegen der Verlängerung des Ersatzfahrplanes gebe es viele Anfragen und Beschwerden, bestätigt Gallinat-Mecke. Die GöVB-Sprecherin weist darauf hin, dass es für die Linie 50 sonnabends von 10 bis 18 Uhr eine Linien-Taxi-Regelung im Stundentakt gebe. An der Jugendherberge könne wie gehabt auf die Linie 80 umgestiegen werden. Für Fahrgäste der Linie 50 aus dem Rohns-Bereich bestehe auch weiterhin die Möglichkeit, zwischen Start- und Zielhaltestelle auf dem Linienweg bis respektive ab Haltestelle Jugendherberge ein Taxi zu nutzen und die Rechnung bei den Verkehrsbetrieben einzureichen. Montags bis freitags fahre der Bus im Stundentakt von 6 bis 20 Uhr. Die Sonntagsregelung bleibt unverändert.

Einschränkungen auch auf den Linien 33 und 62

Die Göttinger Verkehrsbetriebe werden den seit Mitte August geltenden Ersatzfahrplan voraussichtlich bis zum Jahresende fortführen. Das betrifft nicht nur die Ostviertel-Linie 50, deren Betriebszeit auf Stundentakt zwischen 6 und 20 Uhr reduziert wird. Einschränkungen gibt es auch auf den Stadtbuslinien 33 und 62. Die Linie 33 Holtenser Berg-Klinikum fährt ebenfalls nur noch im Stundentakt statt jede halbe Stunde. Sonnabends werden nur einzelne Fahrten am frühen Morgen und nachmittags durchgeführt. Die Fahrzeiten seien für Berufspendler auf die Schichtzeiten im Klinikum sowie auf die Schulzeiten abgestimmt, sagt GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke. Auf der Linie 62 von und nach Bovenden entfallen die Schnellbusfahrten zwischen 15.30 und 18.30 Uhr – mit einer Ausnahme: Die Schnellbusfahrt nach Bovenden ab dem Markt um 15.09 Uhr soll weiter durchgefährt werden. Die Verkehrsbetriebe bitten um Verständnis für die unvermeidbaren und zeitlich begrenzten Einschränkungen.

Von Kuno Mahnkopf

Wohin zieht der Göttinger Wochenmarkt um? Die Standortfrage beschäftigt sowohl Betreiber, Besucher als auch Politiker. Wie sieht der aktuelle Sachstand aus und welche Ausweichquartiere kommen in Frage?

27.09.2019

Blaulicht, Sirenen, lautes Geschrei und Schüsse: Am Donnerstagabend hat es im Stadtteil Weende einen Polizeieinsatz gegeben. Doch der Tatverdächtige, der am Mittag eine Frau auf offener Straße getötet haben soll, ist immer noch auf der Flucht.

28.09.2019

Vom Sandweg über das Kiesseeareal radeln – kein Problem, ein Schild sagt: machen. Aus Richtung Süden den Weg zurückfahren – kein Problem: machen alle. Aber ohne Schild. Leser Dieter Möhle will Klarheit.

26.09.2019