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Göttingen SPD mit großer Mehrheit für Sanierung der Stadthalle
Die Region Göttingen SPD mit großer Mehrheit für Sanierung der Stadthalle
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15:42 26.03.2019
Was geschieht mit der Stadthalle Göttingen? Die SPD hat sich klar für eine Sanierung statt eines Neubaus ausgesprochen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

In den Hauptargumenten folgte die SPD damit dem Kurs der Stadtverwaltung. Ein Neubau sei viel teurer, zudem eine Ressourcenverschwendung und dauere viel länger als die bereits begonnene Sanierung. Dies würde der Göttinger Kulturszene ganz erheblich schaden.

„Die Göttinger SPD hat keinen Zweifel“, heißt es in der Resolution, „dass die Göttinger Stadthalle an ihrem Ort in der östlichen Innenstadt als Veranstaltungs- und Ort vielfältiger kultureller Veranstaltungen erhalten bleiben muss. Göttingen braucht eine Halle dieses Zuschnitts an diesem Ort. Das Areal der Lokhalle ist städtebaulich und kulturell keine Alternative.“

Neue Halle in alter Kubatur

Es sei klar, so die mit überwältigender Mehrheit beschlossene Resolution, dass die Stadthalle 50 Jahre nach ihrer Errichtung der umfänglichen Sanierung bedürfe: „Wir begrüßen, dass bei der geplanten Kernsanierung in alter Kubatur eine neue moderne Halle entsteht.“

Die Ende Januar bekannt gewordene Kostensteigerung von 19,5 auf geschätzte 29,5 Millionen sei „ärgerlich, aber vertretbar, weil die anderen großen Vorhaben, zum Beispiel der Schulsanierungen und Ergänzungsbauten nicht gefährdet werden.“ Dies wäre „bei den sicher viel teureren und unkalkulierbaren Neubaukosten“ nicht der Fall.

Außerdem verbiete die Qualität der vorhandenen Bausubstanz einen Abriss. „Das“, so der Resolutionstext, wäre ökologisch unvernünftig und wirtschaftlich unvertretbar.“

Abstimmung eindeutig

Vor dem eindeutigen Abstimmungsergebnis für die Resolution am Montagabend in der Göttinger Jugendherberge hatten die Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt und einige Vertreter der Göttinger Kulturszene ein weiteres Mal ihre Position zum Thema Stadthalle dargelegt.

Auch Dinah Epperlein von der Bauverwaltung der Stadt Göttingen meldete sich mehrfach zu Wort. Außer dem Baukern bleibe von der alten Stadthalle nichts übrig. Rund um den Betonkern werde eine komplett neue Halle entstehen – mit hochmoderner Technik und anderen Eigenschaften, die Veranstaltungs- und Publikumsbedürfnissen für mindestens die kommenden zwei Jahrzehnte genügten.

Andererseits, so Epperlein, würde bei einem Neubau allein der Abriss der alten Stadthalle vier bis fünf Millionen Euro kosten. Sehr teuer sei unter anderem die Beseitigung und Lagerung der Betontrümmer.

63,5 Millionen für Neubau

Mit allen Zusatzkosten – darin auch Zuschüsse für Kultureinrichtungen, die ohne die Stadthalle auskommen müssten, käme eine Sanierung der Halle auf einen Gesamtbetrag in Höhe von 41,5 Millionen Euro. Abriss und Neubau hingegen würden Kosten in Höhe von 63,5 Millionen Euro verursachen.

Der SPD sei klar, dass es derzeit im Stadtrat keine klare Mehrheit für die Sanierung und gegen den Abriss der Stadthalle gebe. Grund: Die Grünen, Koalitionspartner der Sozialdemokraten, hatten zusammen mit der CDU, FDP, Linken und der Piraten-und-Partei-Gruppe im Rat der Stadt einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Ziel: die Sanierungsarbeiten sofort zu stoppen und „ergebnis- und standortoffen eine Neukonzeption zu prüfen“, so der Antrag im Wortlaut.

Diskussion gegen SPD gerichtet

Mehrfach – unter anderem von Klaus Wettig – wurde am Montag in der SPD-Delegiertenkonferenz die Vermutung geäußert, bei der neu entfachten Diskussion über die Stadthalle gehe es nicht allein um Sanierung oder Abriss und Neubau, sondern auch darum, „der SPD eine schwere Niederlage zuzufügen“ und die politische Dominanz der Sozialdemokraten in der Stadt zu brechen. Auch deshalb – nicht nur wegen des Sachthemas Stadthalle - lohne es sich für die SPD-Mitglieder zu kämpfen, hieß es in mehreren Wortbeiträgen in der mehr als zweistündigen Diskussion.

Abweichende Meinungen gab es am Montagabend nur vereinzelt. Dabei wurden vor allem genauere Berechnungen zur Alternative Abriss und Neubau, an welchem Standort auch immer, gefordert.

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Von Matthias Heinzel

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