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Göttingen SPD und Grüne wollen Reuter als Landrat
Die Region Göttingen SPD und Grüne wollen Reuter als Landrat
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20:32 26.02.2016
Von Matthias Heinzel
Thomas Oppermann und Bernhard Reuter (Beide SPD).
Thomas Oppermann und Bernhard Reuter (Beide SPD). Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Dazu wollten beide Parteien „die über fünf Jahre in beiden Altkreisen bewährte Zusammenarbeit zwischen Grünen und SPD“ fortsetzen.

Das bedeutet auch, dass die Grünen auf die Aufstellung eines eigenen Landratskandidaten verzichten. SPD und Grüne seien sich einig: „Den Wählern soll Bernhard Reuter (SPD) als Landrat, dem neuen Kreistag Christel Wemheuer als Erste Kreisrätin und Marcel Riethig als Kreisrat vorgeschlagen werden.“

Mit ihrer Entscheidung taten sich die Grünen jedoch schwer. In ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend sei „lange und kontrovers diskutiert“ worden, erklärte Marie Kollenrott für den Kreisverband. Nach Tageblatt-Informationen war das Positionspapier des Parteivorstandes und der Kreistagsfraktion heftig umstritten: 29 Mitglieder sollen dafür gestimmt haben, aber 19 dagegen.

In dem Papier hatte der Vorstand unter anderem eingeräumt, dass ein „nüchterner Blick auf vergangene und zukünftige Zahlen zeigt, dass ein grüner Kandidat kaum Chancen hat, in die Stichwahl einzuziehen“, da die Ergebnisse der Partei im Landkreis nach wie vor „deutlich hinter denen der Stadt Göttingen“ liegen.

Marie Kollenrott (Grüne) Quelle: Hinzmann

Die Kritiker der Vereinbarung hatten es hingegen abgelehnt, „schon vor einer Stichwahl vor der SPD zu Kreuze zu kriechen“. Angesichts der Stärke der Grünen im Raum Göttingen müsse die Partei einen eigenen Kandidaten aufstellen.

Weil jedoch die SPD den Grünen offenbar bei den bislang teils strittigen Themen wie Verkehr und regionaler Klimaschutz entgegengekommen war, fand sich schließlich eine Mehrheit für die Vereinbarung zugunsten eines gemeinsamen Kandidaten Reuter, dazu die Grüne Christel Wemheuer als Erste Kreisrätin und Sozialdezernent Marcel Riethig als Kreisrat.

Die Wahl Wemheuers sei kein Zugeständnis an die Grünen gewesen, erklärte Reuter am Freitag, sondern seine eigene Wahl. Die Dezernentin sei eine hervorragende Fachkraft. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Thomas Oppermann kündigte an, bei einem Wahlsieg werde sich die SPD-geführte Verwaltung und die Partei vor allem vier Themenfeldern widmen: einem intelligenten Klimaschutz, einer neu gedachten Mobilität, guten Integrationsangeboten für Migranten mit Bleiberecht und „einer klaren Position gegen Rechts“.

CDU kritisiert Kandidaten-Verzicht

Göttingen. „Verwundert” reagiert der CDU-Kreisverband auf den Verzicht der Grünen auf einen eigenen Landratskandidaten für die Landratswahl am 11. September. Damit machten sich die Grünen “zum Prellbock und Steigbügelhalter für die SPD”, erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Fritz Güntzler.

„Noch vor fünf Jahren“, sagte Güntzler, „träumten die Göttinger Grünen die erste grüne Landrätin in Niedersachsen herbei.“ Ihre „verfrühte Wahlaussage“ mache sie jetzt „zum Vasallen von Landrat Bernhard Reuter“. Spannend sei zudem, „dass SPD und Grüne das Wahlergebnis vorwegnehmen und jetzt schon von einer Mehrheit im kommenden Kreistag ausgehen“. Die bundesweite Stimmungslage zeige, „dass eine rot-grüne Mehrheit alles andere als selbstverständlich ist“.

Zu vermuten sei, dass die rot-grünen Wahl-Absprachen wie schon früher in Südniedersachsen dem Wähler nach den Wahlen „meist böse Überraschungen“ bescherten. Güntzler nennt hier die Tempo-30 Zonen in Göttingen, „Personalrochaden“ und „die Großkreispläne“. Die CDU verlange, erklärte Thomas Deppe, Sprecher des CDU-Kreisverbandes, dass SPD und Grüne „im Interesse der Wahlehrlichkeit“ nun offenbaren, welche Absprachen sie bei Themen und Personal getroffen haben. hein