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Göttingen Saisoneröffnung im Steinarbeitermuseum Adelebsen
Die Region Göttingen Saisoneröffnung im Steinarbeitermuseum Adelebsen
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19:08 25.04.2014
Von Jörn Barke
Kinderwagen der 1950-er Jahre: eines der Objekte, die in der Sonderausstellung im Steinarbeitermuseum zu sehen sind. Quelle: Theodoro da Silva
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Adelebsen

1994 wurde das Museum im Kirchweg 8 eröffnet. Vier Jahre zuvor hatte sich im Zuge der 1000-Jahr-Feierlichkeiten ein Museumsverein gegründet.

Neben der Dauerausstellung gab es seit der Eröffnung in jedem Jahr auch eine  Sonderausstellung. Ausgewählte Texte, Bilder und Exponate aus diesen bislang 20 Sonderausstellungen sind nun in der aktuellen Sonderschau zu sehen, die die Ehrenamtlichen und Bürgerarbeiter Giovanni Strano eingerichtet haben.

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Die Exponate stammen aus Sonderausstellungen zu den Themen Kinderalltag auf dem Lande, Bienenzucht, Stellmacher, Hausschlachtung, Arbeitstag einer Frau früher. „Die Hausschlachtung hatte früher einen sehr hohen Stellenwert“, heißt es in den Erläuterungen zu den Exponaten. Selbst aufgezogene Schweine, Rinder, Kaninchen, Ziegen oder Schafe wurden im Herbst und Winter geschlachtet.

„Wenn die Sau am Haken hängt, wird auch einer eingeschenkt“

Mit der kalten Jahreszeit hängt auch der bekannte Schlachtespruch zusammen: „Wenn die Sau am Haken hängt, wird auch einer eingeschenkt.“ Als Exponate sind unter anderem Schabeglocken, die zum Entborsten des Schweins dienten, und ein Köcher mit Messern zu sehen. Ein Foto aus den 1950er-Jahren zeigt, wie Paul Perseke Därme säubert.

In den Erläuterungen wird der Ablauf der Schlachtung und eines Schlachtefestes beschrieben.  Das Schlachtfest habe schon Tage vorher mit der Reinigung der Waschküche des Hauses begonnen. Am Schlachttag wurden viele Helfer gebraucht, heißt es: „So war es selbstverständlich, dass Verwandtschaft und Nachbarschaft dazukamen.“

Neu ist im Museum auch die derzeit ausgestellte Küche. Bislang war eine Küche aus den 1920er-Jahren zu sehen. Sie musste nun einer Küche aus den 1960er-Jahren weichen, die jetzt dauerhaft zu sehen sein soll.
Alte Kinderroller und ein Kinderwagen aus den 1950er-Jahren sind aus dem Bereich „Kinderalltag auf dem Lande“ zu sehen.

Außerdem wird altes Spielzeug gezeigt. Weitere Exponate, Fotos und Erläuterungen zeigen, wie früher ein Stellmacher arbeitete. So wird der Arbeitsverlauf zur Herstellung eines Wagenrades aus Holz beschrieben. Stellmacher fertigten aber nicht nur Räder an. In der Ausstellung wird erläutert, was sie unter anderem noch alles produzierten: zweirädrige Karren, vierrädrige Kasten- und Leiterwagen, Holzpflüge, Eggen, Schubkarren, Melkstühle, Axt- und Sensenstiele.

Die Saison im Steinarbeitermuseum, Kirchweg 8, wird am Sonntag, 27. April, um 14 Uhr eröffnet. Das Museum ist bis Ende September sonntags von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Sonderführungen können mit dem Vorsitzenden des Museumsvereins, Werner Lindemann, unter Telefon 0 55 06 / 78 01 vereinbart werden.