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Göttingen Sartorius Opfer eines „klaren Falls von Untreue“
Die Region Göttingen Sartorius Opfer eines „klaren Falls von Untreue“
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18:56 13.07.2009
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„Leider kann man sich trotz aller Prävention und Kontrolle gegen kriminelle Energie und systematische Verschleierung nur begrenzt schützen“, klagt Joachim Kreuzburg. Sartorius, so der Vorstandsvorsitzende, sei Opfer eines „systematischen kriminellen Handelns“ geworden. Motorsport gehöre nicht zu den Aktivitäten, die das Unternehmen sponsern wolle. Seine Firma unterstütze vor allem Wissenschaft und Kultur. Im Sport habe sie regionale Fußballturniere oder den Basketball gefördert.

Ohne Wissen des Vorstands, so der Manager, habe ein leitender Angestellter in den vergangenen zweieinhalb Jahren das Motorsport-Team Black Falcon mit Geldern aus der Firmenkasse unterstützt. Über die Höhe – es ist von einem siebenstelligen Betrag die Rede – will Kreuzburg keine Auskünfte geben. Es handele sich um „ein schwebendes Verfahren“. Der Mitarbeiter sei fristlos entlassen worden. Der Sponsoringvertrag, der bis zum Jahresende laufe, werde noch erfüllt. Anzeige habe Sartorius nicht erstattet. Aufgedeckt hat den Vorfall laut Kreuzburg die interne Revision. Nun würde „in vollem Umfang Schadensersatzansprüche geltend“ gemacht. Darüber hinaus besitze Sartorius für solche Fälle eine sogenannte Vertrauensschaden-Versicherung.

„Keinerlei Zusammenhang“ besteht, nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden, zwischen dem „Untreuefall“ und dem geplanten Abbau von 100 Mechatronik-Stellen. Im Juni hatte das Unternehmen im Bereich Waagen für das erste Quartal 2009 Verluste von 2,5 Millionen Euro bekannt gegeben.

Nach Recherchen des Tageblatts ist ein leitender Angestellter der Aachener Mechatronik-Tochter von Sartorius für Black Falcon Rennen gefahren. Noch im April schwärmte er nach dem ersten Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring über das BMW-Coupé: „Der Z4 fühlt sich sehr gut an und macht auch sehr viel Spaß.“

Ob es sich bei dem begeisterten Rennfahrer um den entlassenen Kollegen handelt, wollte die Sartorius AG gestern nicht bestätigen.

Von Michael Caspar

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