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Göttingen Sartorius wird Hauptsponsor des Kunsthauses Göttingen
Die Region Göttingen Sartorius wird Hauptsponsor des Kunsthauses Göttingen
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07:48 14.09.2019
In den Räumen des Grass-Archivs: Sartorius Konzernchef Joachim Kreuzburg, Verleger Gerhard Steidl und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sprechen über das Kunsthaus. Quelle: Böhm
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Göttingen

„Wir sind stolz, dass Sartorius die Idee eines Kunsthauses mitträgt“, sagte der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Freitag. Jede Stadt brauche hochkarätige Kultur, erklärte Sartorius-Konzernchef Dr. Joachim Kreuzburg zum Engagement der Firma. Veranstaltungen wie der Literaturherbst und die Händel-Festspiele sollten künftig ergänzt werden.

Mit den jetzt zugesagten Mitteln von je 100.000 Euro in fünf Jahren wolle Sartorius ein solches Kultur-Spektrum ermöglichen und sicherstellen, dass der Besuch im Kunsthaus kostenfrei sei. So solle unter anderem auch denjenigen der Besuch der Ausstellungen ermöglicht werden, die sonst vielleicht weniger Gelegenheit haben, sich mit Kunst zu beschäftigen.

Inspiration für die Kunstszene Göttingen

Wichtig seien für die Entscheidung von Sartorius auch die Personen mit ihren Visionen, Erfahrungen und Kompetenzen, die hinter dem Projekt stünden. „Wir sind begeistert von der Initiative und der Arbeit Gerhard Steidls, der schon seit Jahren dafür sorgt, dass Göttingen zu einem festen Anlaufpunkt für Künstler aus aller Welt geworden ist“, so Kreuzburg. Durch Steidls enge Kontakte zur internationalen Kunstszene werde das Kunsthaus Göttingen auch künftig inspiriert und weiterentwickelt.

Baustelle des Kunsthausesim Mai 2019. Quelle: Christina Hinzmann

In dem dreistöckigen Kunsthaus, das am 27. September Richtfest feiert, sollen ab Herbst 2020 regelmäßig Ausstellungen stattfinden. Dabei ist nach Worten des Göttinger Verlegers und Kunstquartier-Initiators Gerhard Steidl nicht an Blockbuster-Kunst oder große Namen gedacht, sondern an kreative Menschen, die Kunst aus allen Bereichen zeigen. Die Grenzen zwischen den Kunstformen seien in der modernen Kunst verwischt. Und das sei gut so. Im Kunsthaus sollten erstklassige Ideen vermittelt werden, Video- und Fotokunst, Buchkunst, Plakate. „Multimediales soll hier im Kunsthaus einziehen“, so Steidl.

Kernstück im neuen Kunstquartier

Das Kunsthaus wird das Kernstück des geplanten Kunstquartiers. Jetzt ein gutes Jahr vor der Eröffnung sei eigentlich alles bereit, sagte der Oberbürgermeister. Das Projekt war zwischenzeitlich durchaus umstritten, vor allem wegen der Betriebskosten. Köhler zeigte noch einmal die Entwicklung auf von der Arbeit an der Idee, dem Antrag in Berlin und dem Ergebnis, dass das Quartier als „nationales Projekt des Städtebaus“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit mit 4,5 Millionen Euro gefördert wird. Und der „Hilfe aus dem Eichsfeld“: Die Mehrkosten für den Bau, rund eine Millionen Euro, will der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder übernehmen.

Die Stadt rechne mit 400.000 bis 420000 Euro jährlichen Betriebskosten, so Köhler. 180.000 Euro trage die Stadt. Sartorius steige nun mit der „für uns großen Summe von 100.000 Euro pro Jahr“ ein. Als privater Sponsor komme die Familie Kurth hinzu, die jährlich 30.000 Euro geben wird. Mit weiteren Sponsoren, die aber noch nicht genannt werden wollen, sei man in Gesprächen.

Das Kunsthaus – eine Attraktion für Göttingen

In Zukunft, so ist sich Köhler sicher, werde das Kunsthaus durch Inhalte auch seine Kritiker überzeugen. Göttingen könne durch das Kunsthaus noch attraktiver werden, ergänzte Kreuzburg in Richtung der Kritiker. In der Stadt könne noch viel erreicht werden, wenn die Potentiale aktiviert werden.

„Kunstkonsum will gelernt sein“ sagte Steidl. Ein paar Besessene hätten bereits 1969 die Idee gehabt, Kunst in Göttingen zu verankern. Damals wurde der Kunstmarkt gegründet, „wir träumten von einem festen Haus der Kunst mit kostenlosen Zugang für alle“. Die Idee sei also 50 Jahre gereift. Nun sei alles „ziemlich gut“.

Kunsthaus Göttingen

Das Kunsthauses Göttingen wird von einer von der Stadt Göttingen betriebenen GmbH getragen. Hier sollen ab Herbst 2020 Fotografie und Video, Zeichnung und Druck, sowie Buch– und Plakatkunst gezeigt werden. Das Kunsthaus Göttingen legt dabei einen Ausstellungsschwerpunkt auf zeitgenössische Kunst und vornehmlich noch lebende Künstler und Künstlerinnen.

Pro Jahr sind drei Ausstellungen geplant, die als Einzelausstellungen den Schwerpunkt bilden. Daneben können bis zu zwei Gruppenausstellungen realisiert werden, in denen über die Etagen des Gebäudes verteilt Künstler vorgestellt werden.

Für die Bauphase und den Betrieb in den ersten Jahren besteht das Kunsthaus Göttingen Team aus dem Gründungsdirektor Gerhard Steidl, der Kuratorin Ute Eskildsen sowie dem Gründungsgeschäftsführer Alfons von Uslar und dem Gastkurator Joshua Chuang.

Die Firma Sartorius unterstützt ein Bildungs- und Seminarprogramm zur Kunstvermittlung im Kunsthaus.

Von Christiane Böhm

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