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Göttingen Sascha Spoun zum Unipräsidenten gewählt
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00:26 23.06.2019
Nach der Wahl: Senatssprecher Prof. Nicolai Miosge, Dr. Valérie Schüller, Vizepräsidentin für Finanzen und Personal, Prof. Sascha Spoun und Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender des Stiftungsausschusses Universität. Foto: Universität Göttingen Quelle: R
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Göttingen

Sascha Spoun wird neuer Präsident der Universität Göttingen. Der Senat der Universität und der Stiftungsausschuss wählten ihn am Donnerstagnachmittag als Nachfolger von Ulrike Beisiegel. Spoun tritt sein Amt im Januar 2020 an.
Der Senat der Universität wählte Spoun mit großer Mehrheit. Der Stiftungsausschuss der Universität hat die Wahl bereits bestätigt. Der deutsch-schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Spoun ist seit 2006 Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und trat als Deutschlands jüngster Uni-Präsident sein Amt an. Er hatte die Findungskommission des Senats und Stiftungsausschusses Universität bei der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für Beisiegel strategisch beraten. Im Laufe des Beratungsprozesses hatte ihn die Findungskommission gebeten, selbst für eine Nachfolge zur Verfügung zu stehen. Letztlich war er aus der Gruppe der ausgewählten möglichen Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt der einzige, den die Findungskommission dem Senat empfohlen hatte.

Für das Amt bestens qualifiziert

„In seiner Beratung der Findungskommission hat sich gezeigt, dass er für das Amt bestens qualifiziert ist. Er hat überzeugend dargelegt, wie er die Universität Göttingen in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Beschäftigten weiter voranbringen möchte“, sagte Senatssprecher Prof. Nicolai Miosge nach der Wahl. Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses Universität, Dr. Wilhelm Krull, ergänzte: „Es freut mich sehr, dass es uns gelungen ist, mit Sascha Spoun einen strategisch und kommunikativ hervorragend ausgewiesenen Präsidenten für die Universität Göttingen zu gewinnen.“
Er verstehe seine Wahl als „Auftrag, die Universität Göttingen im Sinne ihrer Tradition weiterzuentwickeln, denn eine Universität der Aufklärung ist heute mehr denn je gefragt“, sagte Spoun am Donnerstag. „Gemeinsam mit den Gremien und den Mitgliedern der Universität möchte ich Göttingen im Kreise der weltweit attraktiven Orte der Wissenschaft fest verankern.“

Thümler überzeugt von Spoun

Auch Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler zeigte sich überzeugt von Spoun. Die Universität Göttingen gewinne einen Niedersachsen-erfahrenen und zugleich international versierten Präsidenten, so der Minister. Das sei eine gute Mischung, um die traditionsreiche Georg-August-Universität in die Zukunft zu führen. Gleichzeitig bedeute die Wahl aber auch einen schweren Verlust für die Universität Lüneburg, die sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger machen muss.
Spoun, Jahrgang 1969, studierte Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften in Ann Arbor, München, Paris und St. Gallen. 1998 wurde er an der Universität St. Gallen promoviert. Dort leitete er anschließend bis 2006 das Reformprojekt „Neukonzeption der Lehre“, gleichzeitig lehrte er dort Betriebswirtschaftslehre. Von 2004 bis 2010 lehrte er außerdem an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Im Herbst 2005 wurde er zum Präsidenten der Universität Lüneburg gewählt, das Amt trat er zum 1. Mai 2006 an. Im Mai 2011 wurde er für eine zweite Amtszeit bestätigt, im Januar 2019 für eine dritte Amtszeit von 2020 bis 2028. Spoun ist Mitglied in verschiedenen Kuratorien, Jurys und Verwaltungsräten. Seit 2006 ist er Gastprofessor für Universitätsmanagement an der Universität St. Gallen (HSG) in der Schweiz.
Die amtierende Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel hatte im Oktober ihren frühzeitigen Ruhestand für 2020 beantragt. Eine Findungskommission für ihre Nachfolge hatte im Dezember ihre Arbeit aufgenommen.

Von Christiane Böhm